Börse

Was eine Aktie ist und wie Kurse, Kennzahlen und Streuung zusammenhängen

Wer Aktien kauft, wird Miteigentümer eines Unternehmens und trägt Chancen wie Risiken. Depot, Kurse, Kennzahlen und Streuung erklärt dieser Überblick.

Sabine Keller Von Sabine Keller
4 Min. Lesezeit
Was eine Aktie ist und wie Kurse, Kennzahlen und Streuung zusammenhängen
Diagramme mit Balken und Kurven als Sinnbild: Wer eine Aktie kauft, erwirbt einen Anteil an einem Unternehmen, dessen Kurse und Kennzahlen sich in Grafiken verfolgen lassen.

Kurz gesagt

  • Damit wird der Käufer Miteigentümer, mit allen Chancen und Lasten, die dazugehören.
  • Über längere Zeiträume rückt die tatsächliche Ertragskraft tendenziell stärker in den Vordergrund.
  • Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einführung und keine Anlageberatung.

Wer eine Aktie kauft, erwirbt einen Anteil an einem Unternehmen. Damit wird der Käufer Miteigentümer, mit allen Chancen und Lasten, die dazugehören. Läuft das Geschäft gut, kann der Wert des Anteils steigen und das Unternehmen einen Teil des Gewinns ausschütten. Läuft es schlecht, sinkt der Wert, im Extremfall bis zum Totalverlust. Dieses Grundprinzip trennt die Börse vom Sparbuch, auf dem Zinsen gutgeschrieben werden und der Kontostand nicht von einem Börsenkurs abhängt.

Was an der Börse eigentlich gehandelt wird

Die Börse ist ein organisierter Marktplatz, auf dem Käufer und Verkäufer zusammenfinden. Neben Aktien wechseln dort auch Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere den Besitzer. Eine Anleihe ist im Kern ein Kredit an einen Staat oder ein Unternehmen, der in der Regel verzinst und am Ende zurückgezahlt wird. Bei der Aktie gibt es kein solches Rückzahlungsversprechen. Ihr Kurs richtet sich danach, was andere Marktteilnehmer für den Anteil zu zahlen bereit sind.

Privatanleger handeln in der Regel nicht direkt an der Börse, sondern über ein Depot bei einer Bank oder einem Onlinebroker. Das Depot verwahrt die Wertpapiere, über die Bank oder den Broker laufen die Kauf- und Verkaufsaufträge. Für jede Transaktion fallen meist Gebühren an, die sich zwischen den Anbietern deutlich unterscheiden können und bei häufigem Handeln den Ertrag schmälern.

Warum Kurse steigen und fallen

Der Börsenkurs bildet sich aus Angebot und Nachfrage. Wollen mehr Anleger eine Aktie kaufen als verkaufen, klettert der Preis, im umgekehrten Fall gibt er nach. Hinter diesen Bewegungen stehen vor allem Erwartungen: Anleger bewerten nicht nur, was ein Unternehmen heute verdient, sondern was es künftig verdienen könnte. Deshalb reagieren Kurse oft stark auf Nachrichten, etwa auf neue Geschäftszahlen, einen Wechsel an der Unternehmensspitze, Zinsentscheidungen der Notenbanken oder politische Ereignisse.

Kurzfristig können Stimmungen den Kurs weit von der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens entfernen. Über längere Zeiträume rückt die tatsächliche Ertragskraft tendenziell stärker in den Vordergrund. Wer die Schwankungen nicht aushalten kann, gerät leicht in Versuchung, im ungünstigsten Moment zu verkaufen.

Schräge Nahaufnahme eines Blatts mit bunten Balken und Linien als Diagramm auf einem Holztisch.
Eine Auswertung mit Kurven und Balken als Sinnbild: Der Kurs einer Aktie bildet sich aus Angebot und Nachfrage, Kennzahlen aus Geschäftsberichten ergänzen den Blick. Foto: Pixabay / Pixabay

Unternehmensentwicklungen richtig lesen

Börsennotierte Unternehmen veröffentlichen regelmäßig Geschäftszahlen, etwa in Jahres- und Zwischenberichten. Diese Berichte zeigen, wie sich das Geschäft entwickelt. Für Einsteiger lohnt der Blick auf wenige Größen:

  • Umsatz: die Erlöse aus dem Verkauf von Produkten und Dienstleistungen.
  • Gewinn: was nach Abzug aller Kosten übrig bleibt.
  • Verschuldung: wie stark das Unternehmen auf geliehenes Geld angewiesen ist.
  • Auftragseingang und Ausblick: Hinweise darauf, wie das Management die kommenden Monate einschätzt.

Eine einzelne Zahl sagt wenig. Aussagekräftig wird sie erst im Vergleich mit früheren Perioden und mit Wettbewerbern derselben Branche. Ein steigender Umsatz bei schrumpfendem Gewinn etwa kann auf wachsenden Kostendruck hindeuten. Auch die Bewertung spielt eine Rolle: Das Verhältnis von Kurs zu Gewinn zeigt, wie viel Anleger für jede Einheit des erzielten Gewinns zahlen, und hilft beim Vergleich ähnlicher Unternehmen.

Risiko begrenzen, ohne es auszuschalten

Jede Anlage in Aktien birgt Verlustrisiken. Ein bewährtes Prinzip ist die Streuung: Wer sein Geld auf viele Unternehmen, Branchen und Regionen verteilt, ist weniger abhängig vom Schicksal eines einzelnen Wertes. Breit gestreute Indexfonds, die einen ganzen Börsenindex nachbilden, machen das auch mit kleineren Beträgen möglich. Ein Index bündelt dabei eine Auswahl von Aktien zu einer Kennzahl, die die Entwicklung eines Marktes abbildet.

Ebenso wichtig ist der zeitliche Rahmen. Geld, das in absehbarer Zeit für den Haushalt gebraucht wird, gehört nicht an die Börse, denn ein Kurseinbruch kann genau dann eintreten, wenn der Betrag fällig wird. Regelmäßige Sparpläne verteilen den Einstieg über viele Zeitpunkte und nehmen die Frage nach dem perfekten Moment aus der Entscheidung.

Schließlich hilft eine nüchterne Haltung gegenüber Empfehlungen aus sozialen Netzwerken oder Bekanntenkreisen. Wer eine Aktie kauft, sollte in eigenen Worten erklären können, womit das Unternehmen sein Geld verdient. Fällt das schwer, lohnt vorab ein genauerer Blick auf das Geschäftsmodell. Kursgewinne und Ausschüttungen können steuerlich relevant sein, wie genau, hängt von der persönlichen Situation ab. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einführung und keine Anlageberatung.

Foto: Goumbik / Pixabay

Sabine Keller

Markt, Anlage, Vorsorge

Sabine Keller

Sabine Keller hat zwölf Jahre als Kundenberaterin in einer Sparkassenfiliale im Rheinland gearbeitet. Für Aktien Meldungen schreibt sie über Geldanlage, Fonds und Marktnachrichten, immer mit Blick auf Kosten und Risiken. In ihrer Freizeit rudert sie auf dem Rhein.