Deutsche sparen 18,9 Prozent ihres Einkommens, mehr als der EU-Schnitt
Laut Destatis lag die deutsche Sparquote 2025 bei 18,9 Prozent, die Schweiz kommt auf 27,4 Prozent, während Italien und die USA bei rund 11 Prozent bleiben.
Kurz gesagt
- Deutschlands Bruttosparquote liegt 2025 klar über dem EU-Durchschnitt.
- Die Schweiz weist den höchsten Wert im Vergleich aus, Destatis nennt die private Altersvorsorge als Grund.
- Seit 2024 ist die deutsche Quote leicht gesunken.
- Kursgewinne und Wertänderungen bei Immobilien zählen nicht zum Sparen.
Private Haushalte in Deutschland legen anteilig mehr zurück als in vielen anderen Industriestaaten. Laut dem Statistischen Bundesamt betrug die Bruttosparquote 2025 genau 18,9 % und lag damit deutlich über dem EU-Durchschnitt von 14,3 %. Die Behörde veröffentlichte die Zahl der Woche Nr. 44 am 27. Oktober 2026 und verband sie mit dem Weltspartag am 30./31. Oktober.
Wie Deutschland im Ländervergleich dasteht
Die Quote zeigt, welcher Anteil des verfügbaren Einkommens beiseitegelegt wird. Frankreich mit 17,8 % und die Niederlande mit 17,4 % liegen dicht hinter Deutschland, Österreich mit 15,7 % und vor allem Italien mit 10,8 % deutlich darunter. Die Vereinigten Staaten bilden mit 10,7 % das untere Ende des Vergleichs. Die Schweiz ragt nach oben heraus: Destatis führt den Wert auf die höhere Bedeutung der privaten Altersvorsorge dort zurück.
| Land | Quote 2025 | Zehnjahresschnitt |
|---|---|---|
| Schweiz | 27,4 % | 24,5 % (2016 bis 2025) |
| Deutschland | 18,9 % | 19,1 % |
| Frankreich | 17,8 % | 16,6 % |
| Niederlande | 17,4 % | 16,3 % |
| Österreich | 15,7 % | 15,3 % |
| Italien | 10,8 % | 12,1 % |
| USA | 10,7 % | 13,0 % |
Auch über einen längeren Zeitraum fällt Deutschland auf: Im Zehnjahresdurchschnitt sparten die Haushalte hierzulande 19,1 % ihres Einkommens, in der Tabelle übertrifft nur die Schweiz diesen Wert. Frankreich, die Niederlande und Österreich liegen im selben Zeitraum jeweils niedriger, ebenso Italien und die USA. Bei Italien und den USA fallen die aktuellen Werte zudem unter den jeweiligen Zehnjahresschnitt, bei Frankreich, den Niederlanden und Österreich liegen sie darüber.
Rückgang seit dem Pandemiehoch
Zuletzt sank die deutsche Quote leicht. 2024 lag sie bei 19,6 %, 2025 bei 18,9 %. Im ersten Halbjahr 2026 stand sie ebenfalls bei 18,9 %. Den Höchststand erreichte sie 2020 mit 22,9 %. Während der Covid-19-Pandemie konsumierten die Menschen laut Destatis weniger als gewöhnlich, was die Quote steigen ließ. Gegenüber diesem Spitzenwert liegt die aktuelle Quote also um 4,0 Prozentpunkte niedriger, und sie bewegt sich knapp unter dem deutschen Zehnjahresdurchschnitt.
Was die Bruttosparquote misst und was nicht
Die Bruttosparquote wird üblicherweise für internationale Vergleiche herangezogen. Sie setzt das Ersparte ins Verhältnis zum verfügbaren Einkommen, bevor Abschreibungen abgezogen werden, bei Haushalten vor allem solche auf selbst genutzte und vermietete Wohnungen. Die in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ermittelte Größe berücksichtigt das Sparen aller privaten Haushalte, einschließlich neu erworbener betrieblicher Versorgungsansprüche. Nicht erfasst sind Bewertungseffekte: Wenn Aktienkurse steigen oder fallen oder Immobilien an Wert gewinnen oder verlieren, rechnet die Statistik das weder dem Sparen noch dem Einkommen zu.
Die Zahlen beruhen auf Daten von Eurostat, der OECD für die Vereinigten Staaten sowie nationalen Statistikämtern in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Für 2025 und das erste Halbjahr 2026 sind sie noch vorläufig, wie auch presseportal.de in der Verbreitung der Destatis-Mitteilung wiedergibt. Weitere Daten zu Sparquoten in der EU stellt Eurostat bereit, internationale Vergleichsdaten die OECD.
Als Quellen der Vergleichsdaten nennt Destatis drei Ebenen: Für die EU-Staaten liefert die Statistikbehörde Eurostat die Werte, für die Vereinigten Staaten die OECD, für Deutschland, Frankreich und die Schweiz die jeweiligen nationalen Ämter. Die Schweiz steht damit nicht im EU-Durchschnitt von 14,3 %, der laut Destatis als Bezugsgröße dient.
Wer die Quote liest, sollte außerdem wissen, dass sie sich auf alle privaten Haushalte zusammen bezieht und nicht auf einen einzelnen Haushalt. Der Wert beschreibt also einen Gesamtanteil am verfügbaren Einkommen, der von individuellen Sparbeträgen deutlich abweichen kann.
Foto: Atlantic Ambience / Pexels



