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„Der Boden wackelt“: Goldpreis-Schock erschüttert Ihr Vermögen (und könnte schon morgen Ihre Ersparnisse treffen)

Sabine Keller Von Sabine Keller
4 Min. Lesezeit
„Der Boden wackelt“: Goldpreis-Schock erschüttert Ihr Vermögen (und könnte schon morgen Ihre Ersparnisse treffen)
Illustration von der Rolle von Gold als sicherer Hafen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
KURZ GESAGT
  • Der Goldpreis hat die Marke von 4 000 € überschritten und zeigt damit seine Rolle als sicherer Hafen.
  • Experten warnen vor einer möglichen Korrektur, da der aktuelle Höhenflug nicht nachhaltig sein könnte.
  • Zentralbanken, insbesondere China, haben ihre Goldkäufe in den letzten Jahren stark gesteigert.
  • Anleger sollten ihre Strategien überdenken, um von möglichen Preisschwankungen zu profitieren.

Gold hat sich erneut als unverzichtbarer Bestandteil eines diversifizierten Portfolios erwiesen, nachdem es kürzlich die psychologisch wichtige Marke von 4 000 € pro Unze überschritten hat. Diese Entwicklung verdeutlicht die Rolle von Gold als sicherer Hafen in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. Gefördert durch die Abwertung des Dollars, geopolitische Spannungen und sinkende Zinserwartungen, haben sowohl Zentralbanken als auch Privatanleger verstärkt in Gold investiert. Doch trotz des Höhenflugs des Goldpreises warnt der Fondsmanager Christopher Cruden davor, dass diejenigen, die auf Gold zur Risikominderung setzen, möglicherweise eine unangenehme Überraschung erleben könnten. Auch wenn Gold derzeit auf einem Allzeithoch notiert, bleibt die Frage, wie nachhaltig dieser Trend ist.

Die Rolle von Gold in der aktuellen Wirtschaftslage

Gold hat sich in jüngster Zeit als sicherer Hafen für Anleger etabliert, die sich vor wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten schützen wollen. Die Abwertung des Dollars und geopolitische Spannungen tragen dazu bei, dass der Goldpreis kontinuierlich steigt. Zentralbanken und Privatanleger haben erhebliche Mittel in das Edelmetall investiert, um ihre Portfolios zu diversifizieren und sich gegen die Volatilität anderer Märkte abzusichern.

Die Nachfrage nach Gold wird durch die Erwartung niedrigerer Zinssätze weiter angeheizt. In einem Niedrigzinsumfeld erscheint Gold als attraktive Anlage, da es keine laufenden Erträge abwirft und somit gegenüber festverzinslichen Anlagen, deren Renditen sinken, an Attraktivität gewinnt. Doch trotz der aktuellen Euphorie gibt es auch kritische Stimmen, die vor einer möglichen Korrektur des Goldpreises warnen.

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Warnungen vor einer möglichen Korrektur

Christopher Cruden, ein erfahrener Fondsmanager, der sich als „goldagnostisch“ bezeichnet, hat in einer jüngsten Analyse darauf hingewiesen, dass die derzeitige Goldrallye möglicherweise nicht nachhaltig ist. Er erinnert an frühere Zeiten, in denen der Goldpreis dramatisch gefallen ist, nachdem er zuvor in die Höhe geschossen war. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung von 1979, als Gold von einem Höchststand von 850 $ pro Unze innerhalb von drei Jahren 65 % bis 70 % seines Wertes verlor.

Cruden betont, dass sein Ansatz im Handel mit Gold auf der Beobachtung der täglichen Preisbewegungen im Verhältnis zu den Hauptwährungen der G7 basiert. Sein quantitatives Modell ist darauf ausgelegt, sowohl von Anstiegen als auch von Rückgängen des Goldpreises zu profitieren. Allerdings kann es in seitwärts tendierenden Märkten, in denen keine klare Preistendenz erkennbar ist, zu Herausforderungen kommen.

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Zentralbanken und die Nachfrage nach Gold

Die Nachfrage der Zentralbanken nach Gold hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Rebekah McMillan von Neuberger Berman hebt hervor, dass die Zentralbanken in den Jahren 2022, 2023 und 2024 jährlich mehr als tausend Tonnen Gold gekauft haben. Diese Menge übersteigt das durchschnittliche Kaufvolumen des letzten Jahrzehnts deutlich.

Besonders China hat sich als bedeutender Käufer von Gold etabliert. Die Attraktivität von Gold für offizielle Portfolios ergibt sich aus dessen hoher Liquidität und der Tatsache, dass es kein Ausfallrisiko birgt. Nach den Sanktionen gegen Russland im Jahr 2022 hat sich zudem gezeigt, dass Gold als neutraler Reservewert eine wichtige Rolle spielen kann, insbesondere in Zeiten, in denen dollarzentrierte Reserven als anfällig gelten.

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Strategien zur Nutzung von Gold im Portfolio

Ray Dalio, Gründer von Bridgewater Associates, empfiehlt, etwa 15 % eines Portfolios in Gold zu investieren. Diese Empfehlung resultiert aus der Beobachtung, dass Gold in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, ähnlich wie in den 1970er Jahren, als stabile Anlage gegolten hat. Für viele Investoren ist Gold das Asset, das in Krisenzeiten beständig bleibt, während andere Anlagen an Wert verlieren.

Jonathan Unwin von Mirabaud Wealth Management weist darauf hin, dass Gold als relativ unkorrelierte Anlage weiterhin gefragt bleiben wird. Er warnt jedoch davor, dass eine zunehmende Korrelation von Gold mit anderen Anlagen dessen Attraktivität mindern könnte. Anleger sollten daher wachsam sein und bei Erreichen der 4 000-€-Marke mit Gewinnmitnahmen rechnen, bevor der Trend möglicherweise wieder anzieht.

Die jüngsten Entwicklungen am Goldmarkt werfen die Frage auf, wie sich der Goldpreis in den kommenden Monaten entwickeln wird. Wird Gold weiterhin als sicherer Hafen gefragt bleiben, oder wird eine Marktkorrektur den gegenwärtigen Höhenflug beenden? Anleger sollten diese Entwicklungen genau beobachten und ihre Anlagestrategien entsprechend anpassen.

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Sabine Keller

Markt, Anlage, Vorsorge

Sabine Keller

Sabine Keller hat zwölf Jahre als Kundenberaterin in einer Sparkassenfiliale im Rheinland gearbeitet. Für Aktien Meldungen schreibt sie über Geldanlage, Fonds und Marktnachrichten, immer mit Blick auf Kosten und Risiken. In ihrer Freizeit rudert sie auf dem Rhein.