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Die Auswirkungen von US-Zöllen auf europäische Unternehmen beginnen sich deutlich in den aktuellen Quartalszahlen zu zeigen. Während Analysten noch vor kurzem von einem leichten Rückgang der Gewinne ausgingen, deuten die neuesten Prognosen auf einen deutlicheren Einbruch hin. Insbesondere im Stoxx Europe 600 Index wird nun ein Rückgang der Gewinne um 0,7 % im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Diese Entwicklung spiegelt die Schwierigkeiten wider, mit denen große europäische Industriekonzerne konfrontiert sind, da Zölle die Verkaufszahlen beeinträchtigen, die Kosten in die Höhe treiben und ein ungünstiges Investitionsklima schaffen.
Die Automobilindustrie im Kreuzfeuer
Die Automobilindustrie ist besonders stark von den Handelskonflikten betroffen. Jaguar Land Rover meldete einen drastischen Rückgang der Verkaufszahlen um 15,1 % im Quartal, das am 30. Juni endete. Das Unternehmen führt diesen Rückgang auf eine „Pause bei den Lieferungen in die USA“ zurück, die durch die Einführung von US-Importzöllen verursacht wurde. Ähnlich sieht es beim schwedischen Lkw-Hersteller Volvo Group aus, der seine nordamerikanischen Aktivitäten aufgrund der schwachen Nachfrage zurückfährt. Die Unsicherheit im Zuge der Zölle und der Emissionsvorschriften der EPA für 2027 hat die Nachfrage in Nordamerika geschwächt, erklärte Martin Lundstedt, CEO von Volvo. Kunden großer Unternehmen zögern aufgrund der Unsicherheiten, Investitionen zu tätigen, was sich negativ auf die Auftragseingänge auswirkt.
Investitionsverzögerungen in der Industrie
Die Unsicherheit durch den Handelskrieg führt dazu, dass Kunden von großen Unternehmen ihre Kaufentscheidungen aufschieben. Tomra Systems aus Norwegen, ein Hersteller von Maschinen zur Abfallrecycling, berichtete, dass seine Auftragseingänge durch „makroökonomische und tarifbedingte Unsicherheiten“ beeinträchtigt sind. Dieses Gefühl der Unsicherheit wird auch von ABB, einem Schweizer Industriegiganten, geteilt. Kunden der Robotik-Abteilung des Unternehmens befinden sich aufgrund der anhaltenden tarifbedingten Unsicherheiten in einer „Abwartehaltung“, was zu Verzögerungen bei einigen Projekten führt. Dennoch konnte ABB im zweiten Quartal Rekordaufträge verzeichnen, was zeigt, dass nicht alle Unternehmen gleichermaßen betroffen sind.
Höhere Kosten für Konsumgüterhersteller
Für viele Konsumgüterhersteller führen die Zölle direkt zu höheren Kosten. Essity, ein Hersteller von Hygienepads unter der Marke TENA, konnte zwar die Preise erhöhen, musste dies jedoch tun, um die „gestiegenen Kosten der verkauften Waren, einschließlich der Handelszölle“, auszugleichen. Barry Callebaut, der weltgrößte Schokoladenhersteller, verzeichnete einen Rückgang des Volumens um 9,5 % im dritten Quartal und führt dies auf die „tarifbedingte Unsicherheit in Nordamerika“ zurück. Auch die Finanzbranche bleibt nicht verschont. Nordea Bank berichtete, dass ihr Marktgeschäft durch die Volatilität aufgrund der Unsicherheit über Zölle beeinträchtigt wurde, während Investor AB feststellte, dass die Gewinnmargen ihrer Medizintechniktochter Molnlycke durch einen „geringfügigen negativen Einfluss der Zölle“ unter Druck gerieten.
Unternehmen, die sich behaupten
Es gibt jedoch auch Unternehmen, die den Auswirkungen der Zölle standhalten. Die Industrielle Gruppe Sandvik reagierte schnell auf die Zölle und konnte diese im Quartal vollständig kompensieren. Auch der Schweizer Pharmariese Novartis erklärt, dass die Zölle in diesem Jahr ihre Finanzen nicht beeinträchtigen werden. „Wir haben ausreichende Lagerbestände in den USA für dieses Jahr und sind voll zuversichtlich, dass Zölle unsere Prognosen für dieses Jahr nicht beeinflussen werden“, sagte Vasant Narasimhan, CEO von Novartis. Das Unternehmen arbeitet daran, in den kommenden Jahren alle seine Medikamente für die USA direkt in den USA zu produzieren, um Zölle vollständig zu umgehen.
Die Auswirkungen der US-Zölle auf die europäische Wirtschaft sind bereits jetzt spürbar und zeichnen ein differenziertes Bild. Während einige Unternehmen die Herausforderungen meistern oder sogar davon profitieren, kämpfen andere mit erheblichen Schwierigkeiten. Die Frage bleibt, wie sich diese Situation weiterentwickeln wird und welche langfristigen Konsequenzen dies für die europäische Wirtschaft haben könnte. Werden die Unternehmen in der Lage sein, sich anzupassen und zu innovieren, um diesen Herausforderungen zu begegnen?






Wow, das klingt ja wirklich dramatisch für die Automobilindustrie! 🚗 Muss ich mir Sorgen um meinen Job machen?
Warum trifft es die Konsumgüterhersteller so hart? 😕
Danke für die detaillierte Analyse, das war wirklich aufschlussreich!
Ich frage mich, wie lange es dauert, bis die Politik diese Zölle überdenkt.
Wie kann Sandvik die negativen Auswirkungen so erfolgreich abmildern? Das ist beeindruckend!
Ist es nicht möglich, diese Zölle zu umgehen, indem man die Produktion teilweise in die USA verlagert?
Hat irgendjemand eine Idee, warum Jaguar Land Rover so stark betroffen ist? 🤔
Die US-Zölle sind echt ein Albtraum! Wann hört das endlich auf?