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DAX Sentiment: Kurzfristige Euphorie ist völlig verflogen, Zuversicht bleibt

07.12.2015 | 16:36


Aktienmärkte (DAX® 10.752,10)

Die Euphorie von letzter Woche ist schnell wieder verflogen – und das ist gut so

Die Technik: DAX scheitert im ersten Versuch an der Bastion

Letzte Woche sah es noch so aus, als könnte der DAX tatsächlich die hartnäckige Widerstandszone zwischen 11.000-11.400 Punkten nehmen. Selbst der Abschuss eines russischen Kampfjets durch die Türkei konnte nämlich die Kletterpartie unseres deutschen Leitindex nicht stoppen. Ich warnte an dieser Stelle jedoch ausdrücklich vor zu viel Euphorie und konnte mir das nicht so richtig vorstellen.

Im Verlauf dieser Woche, spätestens nach dem Ergebnis der EZB-Ratssitzung am Donnerstag, wurde ich schließlich in meiner Skepsis bestätigt. So fiel der DAX am Donnerstag von seinem Tageshoch um rund 500 Punkte zurück und unterbot damit nicht nur wieder die runde 11.000 Punkte Marke sowie seine vielbeachtete 200-Tage-Linie, sondern scheiterte letzten Endes doch noch an dieser Bastion.

Unterstützung findet er aktuell somit im Bereich um 10.800 Punkte sowie später dann um 10.600, um 10.500 sowie um 10.200 Punkte. Unter 10.200 könnte es dann schnell auch unter die 10.000 Punkte Marke gehen und dann würde es kritisch. Die charttechnischen Widerstände nach oben bleiben hingegen unverändert zwischen 11.000-11.400 Punkten, um 11.500 Punkte, um 11.650 Punkte sowie um 11.800 und dann 12.000 Punkte. Über 12.000 Punkten ist dann das bisherige Allzeithoch wieder im Visier.

Prinzipiell befanden sich VDAX und VDAX (New) zuletzt eher auf dem Rückzug. Allerdings kam es nach Verkündung der Beschlüsse der EZB-Ratssitzung kurzfristig zu einem Spike in diesen beiden Indizes, was für eine steigende Angst der Anleger sprach. Allerdings beruhigte sich die Situation zum Wochenende hin wieder deutlich, sodass man hier noch nicht zu viel hineininterpretieren sollte.

Der MACD generierte kürzlich ein Verkaufssignal, dessen Dynamik jedoch noch abzuwarten bleibt. Laut RSI und auch Stochastic Slow wurde mit dem Ausverkauf am Donnerstag die zuvor überkaufte Situation deutlich abgebaut. Beide Indikatoren zeigen daher nun eine neutrale Verfassung des Marktes an. Da sich die Hoffnungen in die EZB zuletzt nicht erfüllten, verzeichneten die zuvor aufgrund der Erwartungen stark gestiegenen Bluechip-Indizes DAX und EuroStoxx50 die größten Verluste. Der MDAX folgte mit leichtem Abstand, wohingegen sich der TecDAX recht stabil zeigte und der SDAX sogar leichte Kursgewinne verbuchen konnte.

In den USA konnten dagegen die drei wichtigsten Leitindizes S&P 500, Dow Jones sowie NASDAQ-100 allesamt leichte Zugewinne verbuchen. Auch hier zeigten sich die Technologiewerte jedoch deutlich robuster als die Industriewerte. In Asien dagegen blieb das Bild erneut uneinheitlich. Während der japanische Nikkei-225 zuletzt fast 2% verlor, konnte der Hang Seng in Hong Kong leichte Zugewinne verbuchen. Die chinesischen Märkte scheinen damit inzwischen endgültig ihren Boden gefunden zu haben, was positiv zu bewerten ist.

Das Sentiment: Kurzfristige Euphorie ist völlig verflogen, Zuversicht bleibt

Das taktische animusX®-Sentiment fällt deutlich von 75% auf 5%. Zugleich ändert sich das strategische animusX®-Sentiment jedoch fast nicht und fällt nur von 22% auf 21%. Die kurzfristige Euphorie ist also völlig verflogen, die mittelfristige Zuversicht bleibt jedoch bestehen – und das, ohne dass sie bereits auf einem kritisch hohen Niveau läge. Eine sehr konstruktive, positive Entwicklung also.

Der Blick auf die Ratios zeigt in dieser Woche deutliche Verschiebungen. Wollten in der Vorwoche noch die meisten Anleger zwischen 10.950 und 11.100 Punkten und somit im Zuge eines leichten Rücksetzers kaufen, so peilen sie nun das Niveau leicht unter 10.500 Punkte als Kaufniveau an. Über 11.000 Punkte ist die Kaufbereitschaft dagegen inzwischen nur noch gering ausgeprägt. Bei den Kurszielen nach oben verändert sich dagegen weniger. So bleiben die Kursniveaus um 11.500, um 11.650, um 11.800 sowie schließlich um 12.000 Punkte die favorisierten Ausstiegsniveaus. Die Investitionsbereitschaft steigt bei den Privaten um 5% auf 52% und bei den Institutionellen sogar um 8% auf 58%. Die Kaufneigung ist zuletzt also wieder gestiegen. Im animusX®-L/S-Index spiegelt sich dies jedoch kaum wider. So steigt dieser für die Privaten von 60% auf 61%, sinkt aber gleichzeitig auf Seiten der Institutionellen von 57% auf 53%. Auf Seiten der Privaten ist die Investitionsquote zuletzt um gut 10% auf 36% gesunken und liegt damit nur noch leicht über dem Durchschnitt. Auf Seiten der Institutionellen dagegen ist diese zuletzt noch um 1% auf 69% gestiegen, sodass sie hier nur noch knapp unter dem Rekordniveau liegt. Die Shortquote bleibt auf Seiten der Institutionellen dagegen weiterhin unverändert bei 0%, wohingegen sie sich auf Seiten der Privatanleger von 2% auf 4% verdoppelt.

Während also die Institutionellen im Laufe der Berichtswoche weitestgehend ihre Füße still hielten, haben die Privatanleger in die fallenden Kurse hinein verkauft und zum Teil sogar Shortpositionen aufgebaut. Dass der ein oder andere Privatanleger angesichts der Berg- und Talfahrt zuletzt kalte Füße bekommt und Aktien verkauft, kann ich ja noch verstehen. Aber mit Shortpositionen auf fallende Kurse wetten, das halte ich in dieser Marktphase für viel zu riskant.

Das animusX®-News-Barometer bricht in beiden Lagern regelrecht ein. Bei den Privaten sinkt es von 71% auf 43% und bei den Institutionellen sogar von 88% auf 39%. Damit betrachten beide Lager die aktuelle Nachrichtenlage jetzt negativ.

Fazit

Nachdem der DAX lange Zeit eine extreme Stärke an den Tag legte, brach er nach Verkündung der Beschlüsse auf der EZB-Ratssitzung deutlich ein. Dies zeigt, wie hoch die Erwartungen an die EZB im Vorfeld waren und folglich wurden diese massiv enttäuscht.

Doch was auf den ersten Blick wie ein Desaster wirkt, ist auf den zweiten Blick gar nicht so schlecht. Denn dank des starken Abverkaufs („Sell Off“) wurde die Euphorie innerhalb kürzester Zeit abgebaut, sodass schon bald wieder mit einer Stabilisierung des deutschen Leitindex zu rechnen ist.

In diesem Zusammenhang gefällt mir auch der Kommentar eines institutionellen Umfrageteilnehmers, der in Mario Draghi einen neuen „Magier der Märkte“ sieht. Denn dieser habe seiner Meinung nach die Erwartungen an die EZB im Vorfeld bewusst geschürt, um sie dann enttäuschen zu können. Denn nur dadurch konnte er einen „Short Squeeze“ bei EUR/USD provozieren, was nun der US-Notenbank die Chance eröffne endlich eine erste Zinserhöhung vorzunehmen. Denn bei einem EUR/USD-Wechselkurs unter 1,05 hätte die Fed sich dies seiner Ansicht nach nicht getraut. Ich finde diese Argumentation sehr schlüssig und werde daher die Handlungen der EZB noch genauer beobachten als ich das bisher ohnehin schon getan habe.

Mit der animusX Sentimenterhebung ermitteln wir einzigartige Erkenntnisse über die Stimmung unter den Anlegern und leiten Rückschlüsse über zu erwartende Kursentwicklungen ab. Die wöchentliche Analyse ist kostenfrei für alle, die an der Umfrage teilnehmen. Bitte hier kostenfrei und unverbindlich eintragen:
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Autor: Heibel-Ticker



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