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DAX Sentiment: Kurzfristige Euphorie bei deutlich sinkender Zuversicht

02.12.2015 | 10:55


Aktienmärkte (DAX® 11.293,76)

Die Technik: Der DAX versucht sich durchzubeißen

Zu Wochenbeginn fiel der DAX kurzzeitig noch mal unter die 11.000 Punkte Marke zurück. Grund hierfür dürfte in erster Linie der Abschuss eines russischen Kampfjets durch das NATO-Mitglied Türkei gewesen sein. Doch schnell wurde klar, dass unter diesen Spannungen in erster Linie der türkische Aktienmarkt leiden dürfte, und so setzte der DAX ab Dienstag seine kurzfristige Kursrallye weiter fort.

Aus rein charttechnischer Sicht könnte man daher formulieren, dass der DAX versucht sich durch die letzte Woche an dieser Stelle bereits thematisierte charttechnische Widerstandszone durchzubeißen. Mit jedem Tag steigt dabei die Wahrscheinlichkeit, dass er dies auch schafft.

Unterstützung findet er aktuell somit weiterhin im Bereich von 11.000 sowie anschließend zwischen 10.800 und 10.850, um 10.600 sowie um 10.500 Punkte. Die charttechnischen Widerstände bleiben ebenfalls unverändert im Bereich von 11.400, um 11.500, um 11.650 sowie um 11.800 und dann eben 12.000 Punkten. Über 12.000 Punkten rückt dann bereits wieder das bisherige Allzeithoch ins Visier.

VDAX und VDAX (New) legten im Wochenverlauf leicht zu, aber Angst ist damit noch nicht zu erkennen. Der MACD hat kürzlich ein Kaufsignal generiert, dem jedoch die Dynamik noch völlig fehlt. Der RSI zeigt eine leicht überkaufte Situation an und der Stochastic Slow steht sogar kurz vor dem Eintauchen in seine obere Extremzone. Die Indikatorenlage ist also nicht ganz eindeutig, aber tendenziell leicht negativ zu interpretieren. Es bleibt daher dabei, dass der DAX noch bis 11.400 steigen könnte ehe es wieder zu einem deutlicheren Rücksetzer kommt. Verlierer gab es unter den wichtigen deutschen Indizes diese Woche erneut keine. Topgewinner war hingegen der DAX sowie der EuroStoxx50, weil die in diesen Indizes enthaltenen Bluechips besonders exportorientiert sind und daher von den EZB-Maßnahmen am stärksten profitieren sollten. MDAX, SDAX und TecDAX stiegen eher im Windschatten der großen Leitindizes mit.

Kaum Bewegung gab es diese Woche bei den US-Weltleitindizes. Dies lag in erster Linie daran, dass am Donnerstag „Thanksgiving“ gefeiert wurde, sodass an diesem Tag gar nicht gehandelt wurde. Und am darauf folgenden „Black Friday“ gab es auch nur einen verkürzten Handel. Viele Anleger warten zudem auf erste Ergebnisse zum „Black Friday“ als Indikation für das diesjährige Weihnachtsgeschäft. In Asien dagegen war das Bild uneinheitlich. So konnte sich der japanische Nikkei-225 noch mit einem kleinen Plus ins Wochenende verabschieden, wohingegen der chinesische Markt zum Wochenende hin deutlich einbrach, sodass hier ein Wochenminus bilanziert werden muss. Noch aber sind diese deutlichen Kursverluste in China aus charttechnischer Sicht unkritisch. Allerdings muss sich der Markt jetzt schnell wieder fangen, sonst könnte das bald ganz anders aussehen. Und neue Sorgen um China könnten sowohl die Angst an die westlichen Aktienmärkte zurückbringen als auch die eigentlich erwartete erste Zinserhöhung der Fed für Dezember doch noch einmal in Frage stellen.

Das Sentiment: Kurzfristige Euphorie bei deutlich sinkender Zuversicht

Das taktische animusX®-Sentiment steigt weiter von 69% auf 75%. Zugleich bricht jedoch das strategische animusX®-Sentiment deutlich von 30% auf 22% ein. Während wir kurzfristig also Euphorie feststellen (der Optimismus ist auf dem höchsten Stand seit Beginn unserer Erhebung!), sehen wir eine mittel- bis langfristig deutlich zurückgehende Zuversicht. Dies ist ein klares Warnzeichen!

Der Blick auf die Ratios zeigt in dieser Woche nur marginale Verschiebungen. So sind die Teilnehmer an unserer Abstimmung jetzt nicht mehr um 10.500 und 11.000 Punkte kaufbereit, sondern zwischen 10.950 und 11.100 Punkten. Auch was mögliche Kursgewinne angeht sind sie einen Tick optimistischer geworden und möchten um 11.500, um 11.650, um 11.800 und schließlich um 12.000 Punkte verkaufen. Die Investitionsbereitschaft sinkt bei den Privaten um 7% auf 47% und bei den Institutionellen um 6% auf 50%. Die Kaufneigung ist also gegenwärtig schwach ausgeprägt, was sich auch in einem für beide Lager zurückgehenden animusX®-L/S-Index widerspiegelt. Dieser sinkt für die Institutionellen sogar deutlicher als für die Privatanleger. Auf Seiten der Privaten ist die Investitionsquote zuletzt um 4% auf 47% gestiegen. Dies stellt ein neues Rekordniveau dar, sodass das sinkende Kaufinteresse verständlich erscheint. Auf Seiten der Profis dagegen verharrt die Investitionsquote mit 68% auf einem ebenfalls hohen Niveau. Der absolute Rekord lag hier mal bei gut 71%. Die Shortquote bleibt auf Seiten der Institutionellen unverändert bei 0% und auf Seiten der Privatanleger ebenfalls unverändert auf 2%.

Alles in allem haben also die Institutionellen im Laufe der Berichtswoche so gut wie nichts gemacht, wohingegen die Privatanleger auf der Käuferseite standen. Allerdings scheint deren Kaufinteresse nun erloschen, sodass einzig die Auflösung der letzten verbliebenen Shortpositionen den DAX noch etwas anfeuern könnte.

Fazit

Zu Wochenbeginn fiel der DAX aufgrund der Probleme zwischen Russland und dem NATO-Staat Türkei etwas zurück. Dieser Kursrutsch wurde sofort aufgefangen, und so konnte der DAX auf Wochensicht leicht zulegen. Wie unsere Sentimentumfrage ergeben hat, dürften die vergleichsweise zaghaften Kursgewinne in erster Linie durch Käufe von Privatanlegern ausgelöst worden sein. Denn nur diese haben ihre Investitionsquote zuletzt erhöht. Verkaufsdruck gab es dagegen kaum, da gleichzeitig die Institutionellen einfach an ihren Positionen festgehalten haben.

Langsam wird es jetzt aber gefährlich. Denn weder die Privatanleger noch die Profis verfügen aktuell noch über ausreichend hohe Cashbestände, um weiter auf Shoppingtour gehen zu können. Einzig und allein die Auflösung der letzten Shortpositionen auf Seiten der Privatanleger könnte den DAX noch ein klein wenig anfeuern.

Daher dürfte dem DAX um 11.400 Punkte kurzfristig die Puste ausgehen und ein deutlicher Rücksetzer drohen. Ein Beinbruch wäre ein solcher Rücksetzer allerdings noch nicht. Denn auch wenn zurzeit die Warnzeichen etwas zunehmen, spricht immer noch wenig für eine Baisse oder gar einen Crash. Vielmehr dürfte ein solcher Rücksetzer also erst einmal noch eine Korrektur im Aufwärtstrend sein.

Daher sollte man gegenwärtig solche Rücksetzer immer noch zum Einstieg bzw. Nachkauf nutzen. Allerdings wirklich nur solche Rücksetzer, denn alleine schon die aktuell hohe Selbstzufriedenheit der Privatanleger lässt eine direkte Fortsetzung der Kursrally extrem unwahrscheinlich erscheinen.

Mit der animusX Sentimenterhebung ermitteln wir einzigartige Erkenntnisse über die Stimmung unter den Anlegern und leiten Rückschlüsse über zu erwartende Kursentwicklungen ab. Die wöchentliche Analyse ist kostenfrei für alle, die an der Umfrage teilnehmen. Bitte hier kostenfrei und unverbindlich eintragen:
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Autor: Heibel-Ticker



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