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DAX Sentiment: Jetzt kippt die mittelfristige Stimmung

21.12.2015 | 10:06


Aktienmärkte (DAX® 10.608,19) Kurzfristig kommt wieder Zuversicht auf, doch dafür brechen die mittelfristigen Erwartungen ein.

Die Technik: Erholung wird wieder abverkauft

Die abgelaufene Woche verlief ausgesprochen volatil. Zunächst fiel der DAX bis auf 10.123 Punkte und ging damit einige Punkte über das 62,8%-Retracements der von Ende September bis Ende November verlaufenden Aufwärtsbewegung hinaus, drehte dann wieder nach oben und kletterte am Donnerstag bis auf fast 10.830 Punkte, doch bereits am Freitag brach der Kurs wieder ein und schloss am Freitag nur knapp über der wichtigen 10.600-Punkte-Marke.

Widerstände findet man nun bei 10.740, 10.830, 10.990, 11.430 sowie 12.390 Punkten. Unterstützungen gibt es bei 10.600, 10.500, 10.420, 10.120, 9900, 9750, 9200-9350, 8900-9000 und 8100-8500 Punkten. Die Fibonacci-Retracements der Aufwärtsbewegung vom Montag bis Donnerstag liegen bei 10.560, 10.476 und 10.393 Punkten.

VDAX und VDAX (New) kamen im Wochenverlauf zwar wieder deutlich zurück, bleiben aber oberhalb der 20%-Marke und auch über dem Niveau von vor zwei Wochen. Es ist vielleicht noch keine Angst, wohl aber Verunsicherung, die in diesen Werten zum Ausdruck kommt, das EUWAX-Sentiment weist dagegen auf einen problematischen Optimismus bei den Privatanlegern hin.

Das Verkaufssignal im MACD bleibt zwar bestehen, allerdings ist dessen Dynamik seit Montag deutlich gesunken. Der RSI bewegt sich im neutralen Bereich und der Slow Stochastic nähert sich bereits der oberen Extremzone, hat diese aber noch nicht erreicht. Bei den beobachteten Indizes kam es im Wochenverlauf vor allem in Deutschland durchweg zu deutlichen Kursgewinnen. Der europäische Leitindex stieg zwar auch deutlich an, blieb aber doch klar hinter den deutschen Indizes zurück.

Ganz anders sieht es dagegen in den USA aus. Hier kam es im Wochenverlauf durchweg zu Verlusten. Die fielen zwar nicht groß aus, sind aber angesichts des Einbruchs der Vorwoche auch kein gutes Omen. Noch deutlicher ging es in Japan abwärts, nur in China zeigt sich ein zaghafter, aber doch steter Trend nach oben.

Das Sentiment: Jetzt kippt die mittelfristige Stimmung

Das taktische animusX®-Sentiment klettert um 76% auf 36% und wechselt damit von kurzfristigem Pessimismus zu Optimismus. Doch er kurzfristige Optimismus ist trügerisch, den gleichzeitig bricht das strategische animusX®-Sentiment um 25% auf 0% ein, die mittelfristige Zuversicht ist also vollständig verflogen. Das ist der schwächste Wert seit Mitte 2014 und deutet darauf hin, dass man mit mehr Skepsis in die Zukunft blickt. Bei den Ratios haben die hohen Angebotsüberhänge bei 11.000 Punkten weiter zugenommen. Es dürfte kurzfristig schwierig werden, diese Marke zu überwinden, man muss eher damit rechnen, dass ein Anstieg in die Nähe dieser Marke bereits deutlich tiefer wieder abverkauft wird. Gelingt es jedoch, 11.000 Punkte zu überwinden, dann winken auch deutlich höhere Marken wie 11.420 und 11.500 Punkte. Höhere Kurse kommen wohl nur unter einem längerfristigen Blickwinkel in Betracht. Die Bedeutung der 10.000-Punkte-Marke hat dagegen nachgelassen. Bei einem erneuten Einbruch bis in diesen Bereich könnte es durchaus noch etwas tiefer gehen. Einige Teilnehmer haben dafür bereits die 9900-Punkte-Marke im Auge. Die Investitionsbereitschaft steigt bei den Privaten leicht auf 46% und bleibt bei den Institutionellen unverändert bei 39%. Der animusX®-L/S-Index steigt bei den Privaten um 7% auf 57% und fällt bei den Institutionellen um 9% auf 46%. Während also die Privaten wieder ans Nachkaufen denken, sind die Institutionellen nun sogar bestrebt, ihre Positionen zu reduzieren. Auf Seiten der Privaten bleibt die Investitionsquote unverändert bei 36% und steigt bei den Institutionellen um 8% auf 60%. Die Investitionsquoten liegen damit zwar im Durchschnitt der letzten Wochen, aber deutlich über dem allgemein üblichen Niveau. Wenn die Märkte unter Druck geraten, könnte das durchaus zu zusätzlichem Verkaufsdruck führen. Das animusX®-News-Barometer steigt bei den Privaten um 31% auf 62% und bei den Institutionellen um 32% auf 58%. Man wertet die Nachrichtenlage also wieder mehrheitlich positiv und sieht weder in der Zinserhöhung der FED noch in der Ölpreisschwäche ein besonderes Problem.

Fazit

Es tut sich was im Sentiment, was längerfristig zu denken geben sollte. Die mittelfristigen Erwartungen sind deutlich eingebrochen, und bei den Institutionellen kommt bereits zunehmend Verkaufsinteresse auf. Auf dem aktuellen Kursniveau bedeutet das nichts Gutes, und so erscheint bereits das Kursziel von 11.000 Punkten kurzfristig etwas ehrgeizig. Es bleibt abzuwarten, ob diese Einschätzung nur als kurzfristiger Ausrutscher zu sehen ist oder ob sich ein grundsätzlicherer Stimmungswandel abzeichnet.

Der Einbruch vom Freitag stand noch unter dem Zeichen des großen Verfallstags und muss daher mit Vorbehalt gesehen werden. Über den Jahreswechsel ist der Markt geprägt von geringem Handelsvolumen und kann daher volatiler und unberechenbarer als sonst üblich ausfallen.

Tendenziell kommt es in dieser Zeit eher zu steigenden Kursen. Die Bewegungen könnten auch unter dem Einfluss der Kurskosmetik zum Jahreswechsel stehen. Wirklich relevant wird es wieder zu Beginn des nächsten Jahres, sobald das Handelsvolumen wieder anzieht. Mitte Januar wäre dann eine ausgeprägte Korrektur nicht ungewöhnlich.

Als Grund für die Kursschwäche wird zunächst die erste Zinsanhebung der FED nach einer Tiefzinsphase gesehen, die in der Vergangenheit immer mit einem Einbruch an den Aktienmärkten einherging. Da hilft es auch wenig, dass man die Anhebung nur als Alibihandlung sieht, zumal ja auch durchaus auch weitere Zinserhöhungen im Raum stehen. Eigentlich war ja erwartet worden, dass diese Anpassung längst eingepreist ist und allenfalls zu einer Erleichterungsrallye führen würde. Noch ist jedoch wegen der Verfallwoche und des nahen Jahresende kein abschließendes Fazit dazu möglich. Als Gründe für die Nervosität der Anleger werden auch der schwache Ölpreis, unter Druck geratene Anleihenfonds und die Entwicklung in China gesehen.

Mit der animusX Sentimenterhebung ermitteln wir einzigartige Erkenntnisse über die Stimmung unter den Anlegern und leiten Rückschlüsse über zu erwartende Kursentwicklungen ab. Die wöchentliche Analyse ist kostenfrei für alle, die an der Umfrage teilnehmen. Bitte hier kostenfrei und unverbindlich eintragen:
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Autor: Heibel-Ticker



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