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Heidelberger Druckmaschinen AG
ISIN: DE0007314007
WKN: 731400
Heidelberger Druckmaschinen AG

Oligopol Druckmaschinenhersteller - Teil II: HeidelDruck vs. König&Bauer

12.06.2015 | 12:18

Heidelberger Druckmaschinen AG beschreibt sich selbst gerne als einen kompletten Lösungsanbieter für die gesamte Druckindustrie. So liefert der Konzern nahezu alles aus einer Hand, von der Druckvorstufe über die verschiedenen Druckverfahren bis hin zur Weiterverarbeitung und den zugehörigen Serviceleistungen. Zum Angebotsspektrum gehören daher sowohl Präzisionsdruckmaschinen für Bogenoffset-, Digital- oder Flexodruck als auch Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien wie Farben oder die Software zur Integration aller Prozesse innerhalb einer Druckerei. Ja, selbst bei Finanzierungslösungen zum Erwerb von Druckmaschinen ist HeidelDruck seinen Kunden behilflich. Wichtigste Geschäftsbereiche sind inzwischen der Verpackungs- und Werbedruck, wobei der Konzern sein Verpackungsgeschäft zukünftig gerne ausbauen möchte.

Im Vergleich dazu konzentriert sich die Würzburger König&Bauer AG in erster Linie auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Druckmaschinen und zählt daher inzwischen schon zu den größten Druckmaschinenherstellern der Welt. Kernkompetenz des Unternehmens ist also die Entwicklung und Produktion technologisch innovativer und wirtschaftlicher Drucksysteme inkl. der dazugehörigen peripheren Anlagen. So verfügt die König&Bauer heute über die breiteste Produktpalette aller Anbieter von Druckmaschinen und gilt somit als renommiertester Lieferant von Zeitungsrotationsmaschinen.

Insofern unterscheiden sich die beiden Unternehmen ganz grundlegend voneinander. Während HeidelDruck auf die Branchenkrise ab 2007/2008 mit einem strikten Sparkurs reagierte, der sogar den zwischenzeitlichen Ausstieg aus dem zukunftsweisenden Digitaldruck zur Folge hatte, investierte König&Bauer gezielt in solche für die Zukunft wichtigen Geschäftsbereiche. Dies war jedoch auch nur möglich, weil sich König&Bauer in allererster Linie als reinrassiger Hersteller und Anbieter von Druckmaschinen versteht und entsprechend im Markt positioniert hat, wohingegen HeidelDruck gerne ein sogenannter One-Stop-Shop wäre, der alles aus einer Hand anbieten kann. Inzwischen hat man sich jedoch auch im Hause HeidelDruck etwas besonnen und erkannt, dass man dies alleine nicht stemmen kann, so dass man Kooperationspartner mit ins Boot geholt hat. Ferner scheint man sich in Zukunft viel stärker als bisher auf Dienstleistungen konzentrieren zu wollen.

Nichtsdestotrotz scheint die stärkere Fokussierung auf das Hardwaregeschäft von König&Bauer die bessere Wahl gewesen zu sein. Denn zwar liefen die beiden Aktien generell relativ parallel abwärts, was einfach an der Branche und ihren durch das Internet verursachten Problemen liegen dürfte. Allerdings konnte die Aktie von König&Bauer das Papier des Konkurrenten in wirklich allen von mir betrachteten Zeiträumen stets deutlich outperformen. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Anleger der Aktie von König&Bauer ein deutlich höheres KGV (KGV 2015e bei knapp 17) zugestehen als der Aktie des großen innerdeutschen Rivalen (KGV 2015e bei knapp 11). Obwohl also das Hardwaregeschäft immer gerne als langweilig beschrieben wird, beweisen in der Technologiebranche Apple sowie in der Druckmaschinenbranche König&Bauer das Gegenteil.

Wobei König&Bauer natürlich einem Vergleich mit Apple in keiner Weise Stand halten kann. Denn während Apple mit seinem iPhones den Nerv der Konsumenten getroffen hat und so in einem absoluten Zukunftsmarkt zu den Markt- und Technologieführern gehört, ist König&Bauer leider nur Technologieführer in einer langsam sterbenden Branche. Insofern spricht vieles gegen langfristige Investments in beide Aktien. Kurzfristig kann man jedoch durchaus auf eine zyklische Erholung in dieser Branche setzen. Dafür sprechen jedenfalls die lange Branchenkrise zuvor mit der Insolvenz des einstigen Weltmarktführer MANroland als Höhepunkt, die inzwischen sehr oligopolartige Struktur des Marktes sowie die fehlende Billigkonkurrenz aus den Emerging Markets wie z.B. China, weil die Branche dort halt ebenfalls als wenig zukunftsfähig erachtet wird. Grundsätzlich wäre das Papier von König&Bauer dabei die bessere Wahl, um auf eine zwischenzeitliche Erholung zu spekulieren. Allerdings hat sich die Aktie zuletzt bereits fast verdoppelt, so dass hier inzwischen schon einiges eingepreist zu sein scheint.

Im Teil III der Analyse entwickle ich Szenarien für Fusionen und Übernahmen in der Branche. Welche Chancen hätte ein aus HeidelDruck und König&Bauer entstandenes Gemeinschaftsunternehmen auf dem Weltmarkt? Welche Optionen hat die japanische Konkurrenz? Teil III ist am 12.6.2015 in der Freitagsausgabe vom Heibel-Ticker erschienen, die sie hier im Archiv abrufen können: http://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1140

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Autor: a|m-Redaktion



Unternehmen

Heidelberger Druckmaschinen AG

Tags

Heidelberger Druckmaschinen AG, König&Bauer AG


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