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Nullzins: Folgen der EZB-Politik

26.09.2016 | 11:18

Obwohl die Niedrigzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) keinesfalls eine Überraschung darstellt, war die erneute Herabsetzung des Leitzinses Anfang des Jahres durchaus eine Meldung wert: Eine Verzinsung von 0,0 Prozent bedeutet konkret, dass Banken sich vollkommen umsonst Geld beschaffen können. Umgekehrt wurde der Strafzins auf 0,4 Prozent erhöht. Kommt es zu einer Einlage, müssen also Zinsen gezahlt werden.

EZB hofft auf Wirtschaftsboom

Das gewünschte Ergebnis der Politik ist eindeutig: Die Banken sollen der Wirtschaft vermehrt günstige Kredite anbieten und damit das Wirtschaftswachstum ankurbeln und einer Deflation vorbeugen. Unter Finanzfachleuten ist dieses Vorgehen höchst umstritten, was gleich eine Reihe unterschiedlicher Gründe hat. Zum einen bestehen rechtliche Bedenken. Denn eine Stimulation der Wirtschaft überschreitet eigentlich die Befugnisse der Bank. Verantwortlich ist das Geldinstitut eigentlich nur für die Währungspolitik - und so wird die Senkung des Leitzinses offiziell nur vorgenommen, um einer Deflation vorzubeugen.

Geldanlagen werfen kaum noch Zinsen ab

Die Folgen sind für den normalen Bürger sehr deutlich spürbar: Geldanlagen werden geringer verzinst, weil der Zinssatz insgesamt niedriger ausfällt. Egal ob Tagesgeld oder Festgeld: Solide Finanzprodukte mit hoher Sicherheit werfen kaum noch Zinsen ab. Im Frühjahr errechnete das Finanzportal Biallo eine durchschnittliche Verzinsung des Tagesgeldes von gerade einmal 0,20 Prozent - bei einer Summe von 20.000 Euro sind das lediglich 58 Euro. Keine Frage: Die Verzinsung ermöglicht bei weitem keinen Inflationsausgleich. Folglich werden sich Sparer anderer Wege suchen müssen, ihr Geld erfolgreich zu investieren. So lassen sich bereits erste warnende Stimmen vernehmen, die eine neue Finanzblase befürchten - denn irgendwo fließt das Geld hin. Weiterhin sorgt die Niedrigzinspolitik für steigende Gebühren bei den Girokonten. Denn bisher konnte die Bank mit dem Geld der Kunden arbeiten, während es sich einfach als Guthaben auf dem Konto befand. Das ist natürlich immer noch möglich, allerdings kaum noch sinnvoll. Dass private Kunden Negativ-Zinsen zahlen müssen, erscheint allerdings unwahrscheinlich.

Günstige Kredite - vor allem für Bauherrn

Selbstverständlich bringt diese Politik aber auch Profiteure hervor. Nie war es derart günstig, einen Kredit aufzunehmen. Insbesondere Immobilienkredite sind günstig wie nie, weil die Banken ihr Geld gerne besonders solide verleihen - und in Hinblick auf Solidität sind deutsche Bauherren kaum zu übertreffen. Für weniger als 1,5 Prozent lässt sich Baugeld mit einer Laufzeit von zehn Jahren bereits erhalten. Eine längere Zinsbindung ist zwar etwas teurer, Experten raten allerdings dennoch zu einer längeren Laufzeit. Ansonsten müsste nach zehn Jahren ein Anschlusskredit gefunden werden, der mit großer Wahrscheinlichkeit teurer ist. Wer ein Haus kauft, profitiert allerdings nicht zwangsläufig: Denn die zunehmende Beliebtheit von Immobilien infolge des billigen Geldes hat die Preise vielerorts stark ansteigen lassen. So ist es also möglich, dass ein Haus zu günstigen Zinsen finanziert werden kann, aber dafür der Kaufpreis deutlich höher ausfällt.

Aktien-Anleger profitieren

Uneingeschränkt profitieren kann nur die Börse: Als einzige lukrative Anlageform fließt viel Geld in Aktien - und löst derzeit einen wahren Boom unter den Anlegern aus. Auch wenn das Wachstum Anfang des Jahres eine kleine Verschnaufpause einlegte, glauben Fachleute an weitere Wertsteigerungen auf dem Aktienmarkt - womit auch die Zinspolitik der EZB ihre positiven Seiten hat.

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Autor: a|m-Redaktion



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