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Tiefenrausch im Ölgebiet

03.09.2009 | 12:59

Beim britischen Erdölgiganten BP (CFD-Kürzel: BP) herrscht zurzeit Freude: Während die Unkenrufe auf die Endlichkeit der weltweiten Ölreserven jährlich lauter werden, gelang den Rohstoffscouts des Unternehmens ein womöglich spektakulärer Fund im Golf von Mexiko. Nach Bohrungen in der Rekordtiefe von gut 11.000 Metern stießen die Spürnasen auf das Ölfeld. Bei der entdeckten Substanz soll es sich um effizient förderbares leichtes Öl handeln. BP ließ vor Optimismus strotzend verlauten, dass durch das neue Abbaugebiet die bisherige Fördermenge im Golf von Mexiko innerhalb von 15 Jahren auf 650.000 Barrel pro Tag steigen könne. Momentan fördert BP dort ca. 400.000 Barrel pro Tag. Auf den ersten Blick scheinen die Aussichten glänzend: Andere Ölfelder in ähnlicher Tiefe im Golf von Mexiko werfen bereits große Erträge ab. In diesem neuen Reservoir werden bis zu drei Mrd. Barrel des schwarzen Goldes vermutet. Da die Großkonzerne in aller Welt händeringend nach neuen Quellen suchen, könnte BP hier der ganz große Wurf gelungen sein. Der brasilianische Staatskonzern Petrobras (CFD-Kürzel: PBR) und die US-Firma ConocoPhillips (CFD-Kürzel: COP) sitzen mit BP in einem Boot und tragen die Bohrunternehmung und folgende Erschließung mit. Die Brasilianer sind mit 20 Prozent, die Amerikaner mit 18 Prozent an dem Vorhaben beteiligt.

Unübersichtliches Mammutprojekt: BP-Tiefenbohrungen vor Mexiko Widmen wir uns dem Thema Erschließung genauer, stellen wir fest, dass die erhofften Profite nur über große Mühen zu realisieren sind. Denn bevor die Pumpen laufen, steht ein kräftezehrender Prozess aus weiteren Expertisen, Bohrungen und logistischen Kraftakten bevor. Unter massiven Investitionen muss zunächst die benötigte Infrastruktur aufgebaut werden. Dass die Technik nicht immer so will, wie ihre Meister, musste BP erst im vergangenen Jahr am eigenen Leib erfahren, als die Ölbohrplattform Thunder Horse mit fast 10 Jahren Verspätung ihren Dienst aufnahm. Mit aktuell üblichen Verfahren ließen sich nach ersten Expertenschätzungen maximal eine Mrd. Barrel dem Meeresboden entreißen. Selbst unter optimalen Bedingungen ist der Beginn der Förderung kaum vor 2014 zu erwarten. Somit kann BP kurzfristig nicht aus den aktuellen Lieferschwierigkeiten ausbrechen. Bis dahin hat BP eher bescheidene Erschließungen vorzuweisen und dürfte in den kommenden Jahren verstärkt unter Druck geraten. Umweltauflagen und die schiere Tiefenlage des Fundes könnten für weitere Komplikationen sorgen. So überrascht es nicht, dass nach ersten Kursgewinnen ein weiterer Anstieg ausblieb. Die BP-Aktie fiel nach einem flinken Satz auf 545 Pence zuletzt wieder auf 535 Pence. Es bleibt zunächst bei einer spektakulären Entdeckung, die kurzfristig niemanden nutzen wird. Mittelfristig könnten womöglich nicht BP und seine Partner, sondern vielmehr Ölfelddienstleister wie Schlumberger (CFD-Kürzel: SLB) und dessen Wettbewerber begünstigt werden. Auf lange Sicht und nach Beseitigung aller Unannehmlichkeiten kann dieser Ölfund für BP bares (schwarzes) Gold wert sein. Denn spätestens wenn die Peak-Oil-Debatte wieder aufflammt und der Preis für den Rohstoff steigt, werden sich Investitionen in die Förderung in dieser Region auch für BP lohnen.

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Autor: market-report-online



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Unternehmensmeldungen, BP, Conoco Phillips, Petrobras, Rohöl, Ölbranche, Schlumberger


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