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versiko AG
ISIN: DE0005408686
WKN: 540868
versiko AG

Unterbewerteter Spezialwert der Finanzbranche - versiko-Vorstand Alfred Platow im Interview

16.12.2011 | 16:34

Die versiko AG ist im Bereich Konzeptionierung und Vertrieb ökologischer Kapitalanlageprodukte tätig und bietet ihren Kunden nachhaltige Vermögensberatung an.

Zum Alleinstellungsmerkmal gehört die Tochtergesellschaft ÖKOWORLD LUX S.A. – die erste und einzige Kapitalanlagegesellschaft, die ausschließlich Fonds auflegt und managt, die ökologischen, ethischen und sozialen Kriterien folgen. Im Interview mit a|m spricht der Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzende Alfred Platow über die jüngsten Entwicklungen seines Unternehmens.

a|m: Herr Platow, Sie haben diese Woche Ihre eigene Prognose bekräftigt und die Rekord-Dividendenausschüttung für das Jahr 2010 auch für das Jahr 2011 angekündigt. Die 0,26€ Dividende entsprechen zum aktuellen Kurs einer Dividendenrendite von 7%. Bei einer so attraktiven Dividende, noch dazu von einem Finanzinstitut, werden Anleger skeptisch und könnten eine Austrocknung des Geschäfts fürchten. Ist die Ausschüttung durch den Gewinn im Jahr 2011 gedeckt? Leiden gegebenenfalls anderen Investitionen, um die hohe Dividende aufrecht zu erhalten?

AP: Ich kann Sie bezüglich solcher Befürchtungen beruhigen und solche Vorurteile sehr einfach entkräften. Neben unserer Fähigkeit als Produktentwickler, Nachhaltigkeitspionier und Öko-Visionär sind wir nämlich auch noch sehr gute und vorausschauende Kaufleute. Wir stehen für Ökonomie mit Ökologie. Vergleichen wir es mit der Mentalität eines Eichhörnchens, das genug Vorräte bunkert und nicht alles auf einmal verzehrt, weil gerade genug vorhanden und gehamstert ist. Eine Austrocknung des Geschäfts ist dann zu befürchten, wenn man sich als Unternehmenslenker heute zu satt isst und dabei nicht an morgen denkt. Das ist und war nie unser Ding – im Sinne unserer Aktionärinnen und Aktionäre und dem eines ordentliche Kaufmannes. Die Liquidität der versiko ist mehr als solide und wir haben eine überdurchschnittlich hohe Eigenkapitalquote. Und um beim Beispiel des Eichhörnchens zu bleiben: Es sind ausreichend „Vorratsgewinne“ in der Bilanz vorhanden, die für das Jahr 2011 im Jahr 2012 eine gute Dividendenzahlung als Ausschüttung ermöglichen. Und noch für einige weitere Jahre. Austrocknung ist also kein Thema für die versiko AG. Aber ein Investmentthema im Wasserfonds ÖKOWORLD WATER FOR LIFE, den die versiko-Tochter ÖKOWORLD bereits im Jahr 2008 aufgelegt hat. Auch da engagieren wir uns gegen Austrocknung.

a|m: Die versiko ist besonders stolz auf ihre breite Kundschaft. Mit ihrem konservativen Ansatz ist zu vermuten, dass Kunden von den großen Geschäftsbanken vor dem Hintergrund der Finanzmarktturbulenzen der vergangenen Jahre die Sicherheit eines kleinen aber soliden Unternehmens suchen. Ist versiko ein Zufluchtsort für Flüchtige der großen Finanzinstitute? Können sie eine entsprechende Entwicklung in ihrer Kundenzahl erkennen?

AP: Eine gute Frage. Generell zählen zu den versiko-Kunden die gut informierten und aufgeklärten Kunden, die sich mehr Gedanken machen und deren Bewusstein tatsächlich die Zukunft bestimmen soll. Also Leute, die sich in der Holschuld selber informieren und schlau machen, was in der Welt so vor sich geht. Ein Beispiel: Früher war nicht jeder potenzielle Kunde auf dem Informationsstand, den die Medien heute bieten und ungefragt „bringen“. Wir haben in der Vergangenheit viele Kunden, die sich nicht aus eigenem Antrieb Gedanken zum Klimawandel gemacht haben, mit unseren Produkten vielleicht weniger erreichen können. Das ist heute anders! Das aktuelle Beispiel des Klimagipfels in Durban zeigt: Niemand kann seine Augen vor der Erderwärmung und deren Folgen verschließen! Denn jedem flimmern die News via Internet und Fernsehen in die gute Stube. Und an den katastrophalen Meldungen zu unserer Atmosphäre, die zur Co2-Mülldeponie verkommt, kommt keiner vorbei. Daher ist es eine klare und logische Konsequenz, dass sich vermehrt Kunden an versiko halten. Ereignisse und Themen wie die BP-Katastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010, Fukushima und Tepco im Jahr 2011 und nun die unbefriedigenden Ergebnisse aus Durban... Das sorgt natürlich für mehr Zulauf neuer Kunden, die in versiko einen Partner finden, bei dem sie Geld eine gute und bewusste Richtung geben können! Wir freuen uns über dieses Vertrauen. Das bestätigt uns und unseren konsequenten Ansatz!

Stellen Sie sich nur einmal vor, dass die Finanzkrisen nicht immer wieder dafür sorgen würden, dass Menschen generell Zurückhaltung und Misstrauen in der Geldanlage praktizieren. Dann wäre der „grüne Boom“ schon wesentlich weiter!

a|m: Die Schuldenkrise tobt derzeit zwar in Europa, aber auch Japan und die USA stehen nicht viel besser da und allen drei Regionen ist bereits heute gemein, dass die Staatsausgaben auf das Nötigste beschränkt werden müssen. In einem solchen Umfeld ist kaum Platz für idealistische Projekte wie die Förderung regenerativer Energien, einer der Haupt-Anlageschwerpunkte von versiko. Gestern hat beispielsweise das Solarunternehmen Solon Insolvenz angemeldet. Wie navigieren die Fonds der Ökoworld durch dieses schwierige Terrain?

AP: ÖKOWORLD und unsere Kunden können sich entspannt zurück lehnen, was die aktuelle Kursentwicklung der Unternehmen aus der Solar- und Windbranche betrifft.
Denn wir sind bei den etablierten Solar- und Wind-Herstellern bereits seit längerem nicht mehr vertreten, dank unseres fundamentalorientierten Stockpicking-Ansatzes. Selbst die im März gesehen Kursansprünge, ausgelöst durch die verheerende Atomkatastrophe in Fukushima und den deutschen Ausstieg aus der Atomenergie, waren nur von kurzer Dauer und setzten den zu Jahresanfang begonnen Trend fort. Die Nachrichtenlage am Solarmarkt deutet auf eine Konsolidierungswelle hin. Hohe Überkapazitäten kennzeichnen den Markt – es wird mehr produziert als sich Abnehmer finden. Neben den sinkenden Absatzmärkten kämpfen die einstigen Stars vor allem aus Europa mit zunehmender Konkurrenz aus Fernost, die über deutliche Produktionsvorteile vor allem auf der Kostenseite verfügen.

Klamme Haushaltskassen wie in Italien, Spanien (ehemalige Hauptabsatzmärkte) und den Vereinigten Staaten lassen den „Rückenwind“ für Förderungen missen, die „Grid-Parity“ also Netzparität ist in den meisten Ländern noch nicht erreicht, so dass Fördermaßnahmen nach wie vor notwendig sind.

ÖKOWORLD investiert nach wie vor im Sektor Erneuerbare Energien, konzentriert sich jedoch dabei ausschließlich auf Werte in der „zweiten Reihe“ sowie in Unternehmen der alternativen Energieerzeugung im Wohn- und Gebäudesektor. Stichwort „Greenbuilding“. Diese Sektoren glänzen mit einer erfreulichen Wertentwicklung.

Der Fonds ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC konnte sich im Monat November der Entwicklung nur teilweise entziehen und verlor 3.3% an Wert. Die größte Schwäche ging dabei von nachhaltigen Finanztiteln und Recyclingunternehmen aus. Die größte Gruppe des Fonds - nachhaltige Konsumwerte – unterstützte die Wertentwicklung am stärksten. Positiv schnitten auch Wasserversorger und nachhaltige Transportunternehmen ab. Unterstützende Faktoren waren neben überzeugenden Zwischenberichten einzelner Unternehmen das anhaltend stabile Umfeld in dem sich gerade diese Unternehmen bewegen.

Unsere Prognose: In den nächsten Monaten wird das politische Umfeld weiterhin Einfluss auf die Kapitalmärkte haben. Attraktive Bewertungen an den Aktienmärkten – historisch und im Vergleich zu Anlagealternativen wie festverzinslichen Anleihen – bilden jedoch eine gute Basis für eine Erholung. Es ist zu erwarten, dass der Fokus der Investoren sich weiter langfristigen Investmentthemen zuwendet, speziell zur Entwicklung von nachhaltigen Gesellschaften.

a|m: Der Halbjahresbilanz habe ich entnommen, das versiko keinerlei Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat. Auch Ihr Geschäftsmodell grenzt sich deutlich von dem der Geschäftsbanken ab. Dennoch wurde die versiko Aktie in der zweiten Jahreshälfte 2011 von 6,62€ auf vorübergehend 2,70€ ausverkauft. Wird versiko zu Unrecht in Sippenhaft genommen?

Die Aktie der versiko AG ist als Spezialwert deutlich unterbewertet. Der Aktienkurs steht in keinem Verhältnis zur Stabilität des Unternehmens. Die versiko AG und alle Tochtergesellschaften sind solide aufgestellt. Daher ist die – wie Sie es nennen – Sippenhaft völlig zu unrecht entstanden. Einen Aktienrückkauf streben wir zur zeit nicht an, obwohl wir dazu autorisiert sind. Denn einem Aktienrückkauf haben die Aktionärinnen und Aktionäre auf der Hauptversammlung 2010 bis 2015 zugestimmt, und somit den Vorstand mit der Möglichkeit ausgestattet, einen Aktienrückkauf bei Bedarf einzuleiten.

Aktuell haben die bestehenden Aktionäre die Möglichkeit zum niedrigen Kurs nach- und die hinzukommenden Aktionäre günstig neu zu kaufen, und die Gewichtung im Depot mit der versiko-Aktie zum geringen Einstiegspreis zu erhöhen. Auch mit Blick auf eine wiederholt hohe Dividende wird sich das langfristig lohnen und die Aktionäre bei der Stange halten. Denn „Grün gewinnt“!

a|m: Herr Platow, vielen Dank für das Interview.

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