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PSI AG für Produkte und Systeme der Informationstechnologie
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Schleppender Netzausbau gefährdet Energiemix in Deutschland

15.02.2012 | 11:10

Und E.On sowie RWE wettern über den schleppenden Netzausbau in Deutschland, der die Energiewende hin zu regenerativen Energien gefährde.

Lassen Sie mich diese Ereignisse im Einzelnen besprechen, damit wir den Zusammenhang erkennen können, denn sowohl RWE und E.On, als auch PSI und Nordex leiden unter dem überhasteten Atomausstieg und dem fehlenden Konzept für unsere Energielandschaft im Jahr 2020.

Volkswagen baut in Brasilien ein neues Werk und stattet es mit dem Energiemanagementsystem von PSI aus. Die Lösung ist eng integriert in den Produktionsleitstand, in die Produktionsplanung und –steuerung. Auch der Stahlproduzent NLMK aus Kaluga stellt seine Produktion um auf das System PSI Metals, das Manufacturing Execution System von PSI für die Stahlbranche. Schmelzen, Gießen und Walzen werden so sinnvoll koordiniert. Das System greift von der Beschaffungslogistik bis zur Lagerung der Fertigprodukte in alle Bereiche ein.

Nach der Einführung der PSI-Lösung steht unterm Strich ein dickes Energiepolster, das in der Produktion eingespart wird. Strom ist teuer, selbst im Ölland Russland und im Zuckerrohr-Mekka Brasilien lohnt sich das Energiesparen. Doch das Deutschlandgeschäft von PSI kommt nicht so recht vom Fleck.

„Smart Grid“ lautet das Schlagwort, mit dem die Produkte von PSI immer wieder überschrieben werden. Ein intelligentes Stromnetz, das den Strom gezielt dorthin leitet, wo er gebraucht wird. In Deutschland brauchen wir nicht nur eine Nord-Süd-Leitung für Strom, sondern wollen dies auch möglichst intelligent ausgestalten. Doch bis es so weit ist bedarf es noch einiger politischer Überzeugungsarbeit.

Nordex meldete in den ersten Januarwochen den Abschluss einiger Offshore-Windprojekte. Doch im Markt bestehen Überkapazitäten, die Branche hatte mit einem kräftigeren Wachstum gerechnet. Das kann nicht erfolgen, weil der Anschluss neuer Windparks an das öffentliche Stromnetz derzeit immer wieder zu Verzögerungen führt.

Gestern hat es E.On Manager Mike Winkel auf den Punkt gebracht: Der finanzielle Anreiz für den Netzausbau sei unzureichend. Benötigte Kabel seien nicht verfügbar und es gebe ein heilloses durcheinander an Zuständigkeiten bei den Behörden. So könne man nicht planen und werde schlimmstenfalls neue Projekte auf Eis legen.

Hinzu kommt die Unsicherheit über die Zukunft der Stromnetze in Deutschland, denn es wird immer wieder diskutiert, ob die Netze in eine eigene Gesellschaft abgespalten werden sollen. Wer möchte von dem Hintergrund dieser Ungewissheit da überhaupt noch investieren?

Im Norden Deutschlands wird dank Windkraft deutlich mehr Strom erzeugt als im Süden. Doch um den Süden mit Strom zu versorgen braucht man Leitungen, die den Strom in den Süden transportieren. Diese Leitungen gibt es derzeit nicht und die Planung kommt offensichtlich nicht so schnell voran, wie es sich die Energieunternehmen wünschen.

So müssen wir bei der Bewertung des Kursniveaus von Aktien wie PSI und Nordex den weiteren Netzausbau berücksichtigen. Sollte die derzeitige Kampagne fruchten und der Politik Beine machen, so dürften PSI und Nordex einen Aufschwung erleben. Andernfalls bleibt eine Durststrecke zu durchschreiten, was dem Kurs sicherlich nicht gut tun wird.

 PSI hat ein KGV 12e von 23 und auf Basis der Schätzungen für 2013 sinkt das KGV auch ohne den Netzausbau in Deutschland auf 16. Der Umsatz wächst mit 10%, der Gewinn wächst deutlich überproportional. Vor diesem Hintergrund ist das Bewertungsniveau von PSI derzeit in meinen Augen in Ordnung und Meldungen über den Netzausbau, von dem PSI ein Scheibchen abbekommen dürfte, würden der Aktie weiter Beine machen. Die Wartezeit wird mit einer Dividendenrendite von 2,1% versüßt.

Nordex befindet sich in einer ähnlichen Situation. Auch die Bilanz von Nordex ist sauber und das Bewertungsniveau ist in Ordnung. Doch bestehen derzeit noch Überkapazitäten in der Windbranche, so dass diese zunächst abgebaut werden müssen, bevor die Preise wieder anziehen können. Eine Erholung von Nordex dürfte also ein wenig länger auf sich warten lassen als bei PSI.

RWE und E.On habe ich nicht im Fokus, denn diese beiden ehemaligen Atomkonzerne stehen unter ständigem Beschuss der Politik. Als vermeintliche Umweltsünder erwarte ich, dass die Politik einige Steuererhöhungen für diese Konzerne in petto hat.

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