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Deutsche Post AG
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Deutsche Post AG

Die Auswirkungen der Streiks bei der Deutschen Post

09.06.2015 | 11:08

Da stellt sich für Investoren natürlich die Frage nach den Auswirkungen dieses Streiks auf das Unternehmen. Um diese beziffern zu können, ist es jedoch notwendig, die Aufstellung des Konzerns zu verstehen. In erster Linie stammt der Gewinn der Gesellschaft aus den beiden Sparten Brief und Paket. Im Briefgeschäft hat man im Prinzip eine Quasi-Monopolstellung aufrecht erhalten, was zunächst einmal sehr positiv klingt. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Briefgeschäft jedoch als problematisch. Denn immer mehr Menschen schreiben heutzutage eMails oder Kurznachrichten, so dass der Umsatz in diesem Bereich zuletzt schon leicht rückläufig war. Auf längere Sicht dürfte es daher hier zu weiteren Rückgängen kommen, zumal die heutige Jugend mit Handy und WhatsApp aufwächst.

Daher hat das Management der Deutschen Post AG um CEO Frank Appel das Paketgeschäft als das zukunftsweisende Geschäft identifiziert und möchte verstärkt in diesem Bereich investieren. Damit dürfte man in Bonn richtig liegen, denn so wie das Briefgeschäft immer stärker vom Internet belastet wird, so profitiert das Paketgeschäft hiervon. Schließlich bestellen immer mehr Menschen immer mehr Waren online, was zu einem steigenden Paketaufkommen führt.

Allerdings hat die Deutsche Post gerade im Paketbereich ein Kostenproblem. Denn ihre Angestellten zählen traditionell zu den am besten bezahlten Arbeitnehmern in diesem Bereich. Die Lösung des Management bestand nun darin zu Jahresbeginn 49 Regionalgesellschaften zu gründen (DHL Delivery) und die Mitarbeiter hier schlechter zu bezahlen. Denn das Paketgeschäft gehöre eindeutig zum Bereich Logistik und der ver.di-Tarifvertrag für die Logistikbranche sieht deutlich niedrigere Löhne vor.

Dieses clevere Vorgehen des Vorstands der Deutschen Post AG führt nun zu der beinahe schon absurd anmutenden Situation, dass die Gewerkschaft ver.di ihre Mitglieder zu einem Streik gegen einen von ver.di selbst ausgehandelten und unterzeichneten Tarifvertrag aufruft. Denn schließlich möchte die Gewerkschaft ja erreichen, dass alle Angestellten bei der Deutschen Post AG nach deren Haustarif bezahlt werden. Bisher kam es jedoch in sechs Verhandlungsrunden zu keiner Einigung, obwohl es im Zuge des Tarifkonflikts bereits zu kleineren Streiks kam. Die Kosten für diese Streiks bezifferten Experten bisher auf einen niedrigen einstelligen Millionen Euro Betrag.

Der nun angekündigte unbefristete Streik wird jedoch wesentlich umfangreicher ausfallen. Aufgrund der fehlenden Befristung sind die genauen Kosten für die Deutsche Post AG nur schwer abzuschätzen. Letztlich dürften sich diese Kosten jedoch auf 20-30 Mio. Euro je Streikwoche belaufen. Entsprechend gilt es nun zu beobachten wie lange die ver.di-Angestellten streiken, um so die Auswirkungen dieses Streiks auf den Konzern und den Gewinn abzuschätzen. Angesichts eines operativen Konzerngewinns von zuletzt knapp 3,1 Mrd. Euro halten sich die Auswirkungen auf die Aktie jedoch in einem überschaubaren Rahmen.

Aufgrund der angekündigten unbefristeten Streiks verliert die Aktie Gelb heute in einem erneut sehr schwachen Gesamtmarkt weitere 2%. Damit weist der Titel aktuell ein 2015er KGV von 15 bei einer Dividendenrendite von 3,4% auf. Aufgrund der Unsicherheit wegen der Streiks ist die Aktie zurzeit für mich jedoch auch weiterhin nur eine Halteposition. Erst zu Kursen unterhalb von 25 Euro erscheint mir ein Einstieg hier interessant. Das Kursziel sehe ich dabei unverändert zwischen 28-30 Euro auf Sicht der nächsten 12-18 Monate.

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Autor: a|m-Redaktion



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