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Crowdinvesting - eine Alternative zum Kauf von Aktien?

22.02.2017 | 12:18

Die Deutschen gelten nicht unbedingt als ein Volk von Aktionären. Dennoch - wer sein Geld in Aktien angelegt hat, ist damit in der Vergangenheit nicht schlecht gefahren. Aktuell notiert der deutsche Aktienindex DAX im Umfeld von 12.000 Punkten und liegt damit fast 25 Prozent über seinem Stand vor drei Jahren. Allerdings herrscht Skepsis, ob es weiter so dynamisch aufwärts geht. Viele Titel haben ihre Kurspotentiale schon ausgeschöpft und die Unsicherheit ist zuletzt gewachsen.

Vor diesem Hintergrund fürchtet mancher Investor beim jetzt erreichten Niveau den Börseneinstieg. Rentierliche Alternativen sind gefragt, die verzinsliche Anlagen angesichts von Zinsen nahe 0 kaum bieten können. Crowdinvesting ist in diesem Zusammenhang ein neuer Trend, der auch neue Chancen eröffnen kann. Diese Form des Investierens funktioniert ohne Börse, dafür werden "virtuelle Marktplätze" genutzt.

Eine Weiterentwicklung des Crowdfunding

Crowdinvesting stellt eine Weiterentwicklung des Crowdfunding dar - einer Idee, die erstmals kurz nach der Jahrtausendwende in Großbritannien umgesetzt wurde. Dabei geht es im Prinzip darum, für die Finanzierung von Vorhaben die "Crowd" - eine Vielzahl an Internet-Usern - zu gewinnen, deren Mitglieder sich mit überschaubaren Beträgen an einem Projekt beteiligen. Als Vermittler fungiert eine Online-Plattform, auf der Finanzierungsgesuche und -angebote eingestellt und zusammengebracht werden. Anfangs hatte Crowdfunding mehr ideellen Charakter, schon bald folgte die kommerzielle Nutzung in Form von Crowdlending , der Vermittlung von Krediten. Crowdinvesting stellt den nächsten logischen Schritt dar - hier geht es nicht um Kreditvergabe, sondern um echte unternehmerische Beteiligungen.

Damit besitzt Crowdinvesting eine Nähe zu Aktienengagements. Denn der Kauf von Aktien bedeutet nichts anderes als den Erwerb von Anteilen an einem Unternehmen. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass es sich bei Crowdinvesting-Engagements üblicherweise nicht um börsenfähige Wertpapiere handelt. Es gibt inzwischen hierzulande eine ganze Reihe an Crowdinvesting-Plattformen, die Beteiligungen vermitteln. In erster Linie werden damit Startups finanziert, aber auch Immobilienprojekte setzen zunehmend auf Crowdinvesting. Exporo hat sich sogar ganz auf Immobilien-Investments ausgerichtet.

Investment mit Risiko

Für das Beteiligungsinvestment werden unterschiedliche rechtliche Formen genutzt. Typisch sind stille Beteiligungen, Genussrechte und nachrangige Darlehen. Allen diesen Konstrukten, die eine Zwischenstellung zwischen Eigen- und Fremdkapital einnehmen, ist gemeinsam, dass der Kapitalgeber in die (Mit-)Haftung geht und/oder auch an Verlusten teilnimmt. Seine Position ist daher schlechter als die eines "normalen" Kreditgebers. Im Insolvenzfall wird er erst nach Erfüllung der Ansprüche der übrigen Gläubiger bedient, die für ihr Geld in der Regel auch eine verlustunabhängige, feste Verzinsung erhalten. Wer stiller Gesellschafter, Genussrechtsinhaber oder nachrangiger Darlehensgläubiger ist, hat andererseits auch kein Stimmrecht wie ein Aktionär. Er kann daher die Unternehmenspolitik nicht beeinflussen. Diese "Schlechterstellung" gegenüber Aktionären und Gläubigern soll durch eine überdurchschnittliche Rendite ausgeglichen werden - ein Versprechen, das aufgehen kann aber nicht muss.

Crowdinvestoren müssen im Extremfall mit einem Totalverlust ihres eingesetzten Kapitals rechnen. Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, sein Geld ganz zu verlieren, wird vor allem durch das jeweilige Investmentvorhaben bestimmt. Bei Startup-Investments besteht ein besonders hohes Risiko , im Schnitt scheitern neun von zehn Startups. Bei Immobilien-Investments ist das Risiko in der Regel geringer, da hier zumindest werthaltige "Substanz" vorhanden ist. Dennoch besteht natürlich auch hier ein Risiko, dass das Immobilien-Vorhaben die Ertragserwartungen nicht erfüllt. Eine Grundvoraussetzung für Crowdinvesting ist daher vorab eine intensive und kompetente Beschäftigung mit dem jeweiligen Unternehmen bzw. Projekt.

Kleinanleger, die es sich nicht leisten können, ggf. auch mal Geld zu verlieren, sollten daher bei Crowdinvesting vorsichtig sein. Zumindest sollte Risikostreuung betrieben werden. Das ist möglich, indem man sich jeweils mit überschaubaren Beträgen bei mehreren - zuvor geprüften - Vorhaben engagiert. Vielfach sind bereits Beteiligungen ab wenigen hundert Euro möglich. Wer 10.000 Euro einsetzt, kann daher bereits gut ein Dutzend Investments tätigen. Wer dagegen nicht ganz auf Sicherheit verzichten will, für den ist der "klassische" Aktienfonds wahrscheinlich die bessere Alternative zum Crowdinvestment.

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Autor: a|m-Redaktion



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