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Apple: an apple a day...

14.02.2012 | 14:52

Ganz so ist es nicht, aber die Richtung stimmt schon: Die Betreuung von Apple-Computern ist wesentlich weniger aufwendig als die Betreuung von Windows-Rechnern und sei es nur wegen der fehlenden Komplexität der Apple-Welt durch die eingeschränkte Zulassung von Soft und Hardware durch den Obsthändler, ähem, Apple-Konzern. Steve Jobs hatte es sich zur Aufgabe gemacht, seine Geräte immer wieder um überflüssige Komponenten zu erleichtern, und mit diesem Konzept stieg Apple nunmehr zum wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt auf.

Warnung: Ich habe heute einmal meine politisch korrekte Zurückhaltung abgelegt und beginne hier einmal unverblümt von der Apple-Welt zu schwärmen - liebe Windows-Nutzer, entschuldigen Sie bitte.

Viel wird darüber gesprochen, dass der Apple-Kurs mit einer Marktkapitalisierung von inzwischen 466 Mrd. USD (350 Mrd. EUR) eine riesengroße Blase darstelle. Doch als Leser des Heibel-Tickers wissen Sie, dass die absolute Zahl wenig aussagt, wir müssen den Börsenkurs stets im Verhältnis zum Gewinn und zur Wachstumsrate betrachten. Und da ist der Kursanstieg von Apple nichts weiter als der Weg zu einer normalen Bewertung.

Denn selbst wenn wir die konservativsten Schätzungen heranziehen, wird Apple im Jahr 2012 etwa 42,6 USD je Aktie verdienen. Beim aktuellen Kurs von 500 USD entspricht dies einem KGV 2012 von 11,7. In den nächsten fünf Jahren werden der Umsatz und Gewinn von Apple mit durchschnittlich 20% anwachsen, so die durchschnittliche Schätzung von 55 Analysten. Ein KGV von 20 wäre also in meinen Augen nicht zu teuer, doch die dazu passende Marktkapitalisierung würde selbst bei Ihrem Autor Schwindelgefühle hervorrufen. Ich nehme also an, dass der Kurs tendenziell unterbewertet bleiben wird, was Apple zu einer soliden Langfristposition macht. Das Kursrisiko ist dadurch nämlich überschaubar.

Doch ich will heute einmal schauen, wie Apple denn diese derzeit einmalige Marktposition ohne den charismatischen Visionär Steve Jobs halten kann:

Zum einen hat Steve Jobs meiner Ansicht nach die nächsten Entwicklungen für iPad, iPhone und iMacs bereits bis ins Detail geplant und seinem Unternehmen eine Marschrichtung für die nächsten Jahre hinterlassen. Schauen wir mal, welche Entwicklungen im Jahr 2012 auf uns zukommen könnten, ich habe hier die Gerüchte zusammen getragen, die in meinen Augen sinnvoll sind.

iPad: Anfang März wird das iPad 3 vorgestellt, vielleicht wird es auch iPad 2X heißen, wobei das X durch irgendeinen Zusatz für die technologische Neuerung ersetzt werden kann. Denn wirklich neu wird beim nächsten iPad nicht viel sein: schnellerer Prozessor und längere Batterielaufzeiten, wie immer. Hoffentlich ein hochauflösendes Retina-Display, das wir schon vom iPhone 4S oder iPod Touch kennen. Und vielleicht wird Siri, die Spracherkennung von Apple, Eingang in die iPad-Welt finden.

iPhone: Im Sommer wird dann das neue iPhone, vermutlich iPhone 5, vorgestellt. Was wird benötigt? Nun, wie immer: Längere Batterielaufzeiten, schnellere Mobilfunkverbindungen (LTE), schnellerer Prozessor, und all das bei hoffentlich weniger Gewicht und dünneren Außenmaßen.

MacBook: Bleibt als dritter großer Geschäftsblock des Obsthändlers die Computerwelt, insbesondere die Laptops. Die MacBook Pro Serie ist inzwischen einige Jahre alt und als richtungsweisend für die Zukunft galt die Einführung des MacBook Air. Ich kann mir gut vorstellen, dass Apple in diesem Jahr die CD-Laufwerke aus den Laptops verbannen wird. Auch die Anzahl der Schnittstellen wird drastisch reduziert. Die Vorarbeiten dafür sind deutlich zu sehen: Der neue Thunderbolt-Anschluss ersetzt Strom-, USB-, Firewire-, Bildschirm- und Netzwerk-Kabel, und mit dem App Store ist die CD / DVD bei der Software-Distribution überkommen. So wird die gesamte MacBook Pro Serie der 15- und 17-Zoll MacBooks auf die MacBook Air Architektur umgestellt.

Ihr Autor arbeitet seit 1999 nur noch auf so kleinen, "ultraflachen" Rechnern, damals war Sony seiner Zeit Jahre voraus und brachte als erstes Unternehmen einen Vaio 505 heraus, der kein CD-Laufwerk besaß. Kein Laptop überlebte bei Ihrem Autor länger als zwei Jahre, weil die Grenzen, insbesondere bei Grafikkarte, Geräuschpegel, Verarbeitung etc. schnell erreicht wurden. Die von mir erwartete Entscheidung Apples, das CD-Laufwerk aus der Laptop-Welt zu verbannen, ist also überfällig aber vielleicht erst heute sinnvoll umsetzbar. Es bedurfte eben einiger Hintergrundarbeit (Thunderbolt, App Store, Alu-Unibody für Stabilität trotz geringer Stärke), um ein Laptop so stark zu reduzieren.

Wenn also Apple im Jahr 2012 irgendwann bekanntgeben sollte, das CD-Laufwerk zu verbannen und die MacBooks dadurch deutlich zu verdünnen, werden Sie von tech-Freaks zu hören bekommen, dass Apple der Zeit um über zehn Jahre hinterher läuft. Doch wenn Sie Ihrem Autor glauben, dann waren alle bisherigen Versuche unvollständig. Ein 15- und 17-Zoll MacBook Air wird einschlagen wie eine Bombe. Es wird eine Welle von Erneuerungsinvestitionen lostreten, Ihr Autor scharrt schon mit den Füßen.

Es gibt noch ein MacBook 13 Zoll, das sich heute schon mit dem MacBook Air 13 Zoll überschneidet. Ich bin gespannt, ob Apple diese Überschneidung noch eine Übergangszeit lang aufrecht erhält, damit es zumindest noch ein MacBook mit CD-Laufwerk gibt.

iTV: In einem Interview hat Apple-Chef Tim Cook unlängst die iTV-Aktivitäten von Apple als "Hobby" bezeichnet. Hier ist Apple noch nicht so weit, den Massenmarkt zu erobern - und hat dies offensichtlich auch nicht im Jahr 2012 vor. Der Apple-Fernseher wird sicherlich irgendwann kommen, vielleicht schon in diesem Jahr, doch um damit den Markt zu revolutionieren, muss Siri noch ein wenig besser das Zuhören lernen. Die Sprachsteuerung ist eine alte Idee und die ersten Versuche mit Siri haben in den USA vielleicht Erwartungsfreude hervorgerufen, in Deutschland aber nicht viel Begeisterung. Es braucht seine Zeit, bis Siri in der Lage sein wird, die verschiedenen Bedeutungen gleicher Worte aus dem Kontext richtig zuzuordnen. Und solange der Mensch die Sprache von Siri lernen muss, ist die Technologie noch nicht für den Massenmarkt tauglich.

Fazit: Apple hat eine geschlossene Welt geschaffen, die viele Anwendungen und Produkte überhaupt erst ermöglicht: iTunes, den App Store, die iCloud, Thunderbolt, Alu-Gehäuse, iOS, ... Grundlagen, die es dem Apple-Nutzer ermöglichen, innerhalb dieser geschlossenen Welt sicher und intuitiv zu arbeiten und spielen. Achillesferse ist sicherlich die Geschlossenheit des Systems, die wir derzeit in Kauf nehmen, weil die offene Welt mit Android, mit Google Docs, mit unzähligen Einzellösungen noch zu unübersichtlich und versprengt ist. Wettbewerber versuchen händeringend, zu Apple aufzuschließen, doch insbesondere beim iPad ist es schnell offensichtlich geworden, wie schwer das ist. Es gibt praktisch keinen erfolgreichen Wettbewerber.

In meinem Börsenbrief, dem Heibel-Ticker, habe ich Apple seit Jahren als Kernposition meines fundamental orientierten Portfolios und somit inzwischen mit über 300% im Plus. Ich verfolge dessen Entwicklung sowie die Entwicklung der Aktie eng und werde so hoffentlich auch den Absprung nicht zu lange heraus zögern. Sie können sich gerne in die kostenfreie Version meines wöchentlichen Börsenbriefes Heibel-Ticker in der folgenden Anmeldebox eintragen.

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