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Thüringische Landeszeitung: Staatsmann mit Fluppe - Helmut Schmidt, der Welterklärer der Deutschen Leitartikel von Bernd Hilder zum Tode von Altkanzler Schmidt

11.11.2015 | 07:00

Weimar (ots) - Seinem Vorgänger Willy Brandt hat er sich stets überlegen gefühlt, genauso wie seinem Nachfolger Helmut Kohl. Dass beide als größere Staatsmänner in die Geschichte eingehen als er, der eine als Architekt der Ostpolitik, der andere als Kanzler der Einheit, mag ihn gewurmt haben. Nichtsdestotrotz war Helmut Schmidt ein bedeutender Staatsmann, den viele Deutsche erst zu verehren begannen, nachdem ihn letztendlich der Streit mit der eigenen Partei, der SPD, 1982 die Kanzlerschaft gekostet hatte.

Schmidt kultivierte die Zigarette als Kampfmittel gegen stromlinienförmige politische Korrektheit und für das Bürsten gegen den Strich des Zeitgeistes. Mit einer Vielzahl von Büchern und unzähligen Fernsehauftritten wurde Schmidt zum Welterklärer der Deutschen, auch derjenigen, die ihn nie gewählt hatten.

Der ungeteilte Respekt des "elder statesman" blieb Schmidt in den Jahren seiner von politischen und wirtschaftlichen Krisen geprägten Kanzlerschaft versagt. In der Ölkrise bescherte er den West-Deutschen einen autofreien Sonntag und ökonomisch hatte ausgerechnet der Weltwirtschaftslenker Schmidt hohe Inflationsraten zu verantworten. Grandiose Standfestigkeit bewies er dafür im Kampf gegen die Linksterroristen der RAF.

Als Manager der Macht und des Möglichen funktionierte Schmidt mit schneidiger Präzision, aber für wolkige Zukunftsentwürfe fehlten ihm Wille und Sinn: Wer Visionen habe, der möge doch bitte zum Arzt gehen, war sein Credo.

Mit den Linken in seiner eigenen Partei lag Schmidt im Dauerclinch. Der Nato-Doppelbeschluss war ein wichtiges Vehikel, um die Mauer zum Einsturz zu bringen. Die SPD beging den historischen Irrtum und versagte Schmidt die Gefolgschaft. Er hat es besser gewusst.

Pressekontakt: Thüringische Landeszeitung Chef vom Dienst Norbert Block Telefon: 03643 206 420 Fax: 03643 206 422 cvd@tlz.de

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