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Rheinische Post: Kommentar Die AfD wird zur neuen NPD = Von Michael Bröcker

01.11.2015 | 20:54

Düsseldorf (ots) - Sollte jemand die Alternative für Deutschland nur für eine besonders profilierte konservative Alternative zur CDU halten, dann sollte er noch einmal nachdenken. Oder einfach zuhören, was führende Vertreter der Partei sagen. Der NRW-Vorsitzende der AfD möchte als "Ultima Ratio" auch Schusswaffen gegen Flüchtlinge einsetzen. Der Mann ist Jurist und Mitglied des Europäischen Parlaments. Von einer unbedachten Äußerung eines Hinterbänklers kann also nicht die Rede sein. Gewalt-Rhetorik scheint en vogue zu sein bei der AfD. Ein inzwischen ausgeschlossener Kreisvorsitzender aus Sachsen-Anhalt forderte, die Politiker in Berlin "an die Wand zu stellen"; ein niedersächsisches Mitglied der Bundesprogrammkommission erfand die Vergewaltigung einer 12-Jährigen durch einen Flüchtling. Rechtspopulistische Hetze und Verschwörungstheorien sind bisher die einzigen Konstanten der "neuen" AfD. Damit steht die Partei, die mal als wirtschaftsliberale Professoren-Partei gestartet war, mitten im braunen Sumpf. Sie bedient fremdenfeindliche Ressentiments und schürt den Hass gegen diejenigen, die Hilfe benötigen. Der Unterschied zur NPD liegt nur noch in der Schreibweise. Wer jetzt noch AfD wählt, kann keine Entschuldigung mehr vorweisen.

Pressekontakt: Rheinische Post Redaktion Telefon: (0211) 505-2621

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