Cartoons auf a|m Cartoons auf a|m

Cartoons auf a|m


Lausitzer Rundschau: Das Unikat Mensch Bundestag beschließt Sterbehilfegesetz

06.11.2015 | 20:28

Cottbus (ots) - Der wichtigere Beschluss ist wohl schon am Donnerstag gefallen. Als es im Bundestag nämlich nicht wie gestern um die Beihilfe zum Suizid durch Ärzte oder Sterbehilfevereine ging, sondern um die Palliativmedizin. Um ein Lebensende in Würde, am besten zu Hause, am besten ohne Schmerzen. "Mehr Lebenshilfe statt Sterbehilfe" forderte der durch die Krankheit ALS komplett gelähmte Journalist Benedict Maria Mülder kürzlich in einem Kommentar, den er mithilfe seiner Augen schrieb. Dass das Thema überhaupt so eine Dimension bekommen hat, liegt eben auch daran, dass der Tod in unserer Gesellschaft oft so unwürdig daherkommt: verzweifelt, allein, in Kliniken, im Heim. Davor hat jeder Angst. Die Palliativmedizin wird nun verbessert, die Mittel dafür werden aufgestockt. Nicht ausreichend zwar, aber es ist ein erster Schritt. Der zweite Grund für die Debatte ist der drohende Verlust einer moralischen roten Linie. Ob es Ärzte sind, die sich regelrecht auf die Sterbehilfe spezialisiert haben, oder Vereine, die mal mit, mal ohne Gewinnabsicht helfen - immer wird ein Rubikon überschritten. Er besteht darin, dass durch die organisierte, scheinbar problemlose Form ein Druck entsteht: Komm, Oma, hier hast du die Adresse, du weißt, was du zu tun hast. Das korrespondiert mit der Vereinzelung der Sterbenden, ist sozusagen die organisierte, sogar kommerzielle Antwort darauf. Dieses Treiben wird nun unter Strafe gestellt. Zwar ist die Wirkung dieses Beschlusses begrenzt - die Adressen in der Schweiz, Holland oder Belgien gibt es weiterhin. Aber Deutschland will ein solches Sterbehilfeland (noch) nicht sein. Das hat die Bundestagsmehrheit nach einem eindrucksvollen Diskussionsprozess mit ebenso eindrucksvoller Mehrheit festgehalten. Ebenso wichtig ist freilich, dass es trotzdem noch Auswege gibt. Ein Totalverbot, wie es einige forderten, hätte bedeutet, einen Zwang zum Leben zu verordnen. Wer will ein so großer Richter sein! Ärzte müssen auch weiter im Einzelfall eine Therapie abbrechen oder ein Medikament zur Verfügung stellen können, auch Angehörige müssen das dürfen, so lange der freie Wille des Sterbenden klar erkennbar ist. Das Klügste zu diesem Thema hat außerhalb des Parlaments der ehemalige SPD-Vorsitzende Franz Müntefering formuliert, der vor einigen Jahren seine eigene Frau beim Sterben begleiten musste. Der Mensch sei ein Unikat, sagte Müntefering. Jedes Leben sei ein Unikat, jedes Sterben auch. Es gebe keine Regelung für alle Fälle. Gut, dass der Bundestag einer solchen Versuchung nicht erlag.

Pressekontakt: Lausitzer Rundschau Telefon: 0355 481232 Fax: 0355 481275 politik@lr-online.de

Mit dem Heibel-Ticker Börsenbrief halten wir Sie auf dem Laufenden über aktuelle Entwicklungen. Bitte hier kostenfrei und unverbindlich eintragen:
Ihre E-Mail Adresse:



Tags

aktuelle Börseninfos kostenlos wöchentlich per E-Mail!
verständlich
diversifiziert
international
fundiert
unabhängig
druckfrisch
  • Realtime DAX (©) Indikation
Chart DAX

+++Aktuelle Analysen+++

+++Sentiment Analysen+++

DAX Sentiment: Der Kurssturz lässt auch die Stimmung abstürzen

DAX Sentiment: Der Kurssturz lässt auch die Stimmung abstürzen

08.02.2016 | 09:36

Die kurzfristige Stimmung ist wieder eingebrochen und sorgt gemeinsam mit dem sehr schwachen animusX®-News-Barometer für positives Überraschungspotential. mehr

Weitere Analysen:
25.01 10:20 DAX Sentiment: Stimmung hellt sich weiter...
19.01 08:19 DAX Sentiment: Nur minimale kurzfristige S...
11.01 09:43 DAX Sentiment: Die kurzfristige Stimmung b...
04.01 17:55 DAX Sentiment: Die mittelfristige Stimmung...
21.12 10:06 DAX Sentiment: Jetzt kippt die mittelfrist...
14.12 10:45 DAX Sentiment: Innerhalb von nur zwei Woch...
07.12 16:36 DAX Sentiment: Kurzfristige Euphorie ist v...
02.12 10:55 DAX Sentiment: Kurzfristige Euphorie bei d...
23.11 08:54 DAX Sentiment: Die Zuversicht bleibt hoch
Heibel Unplugged