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Bundesregierung soll Kinderrechte bei Flüchtlingshilfe und entwicklungspolitischen Maßnahmen in den Mittelpunkt stellen

30.10.2015 | 11:04

Berlin (ots) - Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt der Bundesregierung, den Schutz von Kindern bei der akuten Flüchtlingshilfe und bei längerfristigen entwicklungspolitischen Maßnahmen in den Mittelpunkt zu stellen. "Die Verwirklichung der Kinderrechte sollte verstärkt im Fokus der deutschen Außen- und Entwicklungspolitik stehen", erklärte Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Es sei wichtig, die Rechte von Kindern systematisch in allen Maßnahmen zu verankern.

"Kinder und Jugendliche haben Rechte und sind nicht als Anhängsel ihrer Eltern zu sehen. Zugleich sind sie auf der Flucht besonders gefährdet. Deshalb braucht es gezielte Maßnahmen, bei denen die Rechte der Kinder im Mittelpunkt stehen", so Rudolf weiter. Dazu gehörten unter anderen die Einrichtung von kinderfreundlichen Räumen in Flüchtlingslagern sowie Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt. Junge Menschen auf der Flucht sollten zudem stärker beteiligt werden, beispielsweise bei der Integration in Aufnahmegemeinden und beim Wiederaufbau in Post-Konflikt-Staaten, so die Direktorin des Menschenrechtsinstituts.

Das Institut begrüßte eine Reihe von Maßnahmen der Nothilfe und der Entwicklungspolitik, die sich an Kinder richteten, zum Beispiel im Bereich Bildung in der Türkei oder in Flüchtlingsunterkünften im Libanon. Diese müssten jedoch systematisch ausgebaut und kinderrechtlich ausgerichtet werden. "Die Bundesregierung kann hiermit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Minderung von Fluchtursachen leisten", betonte Rudolf.

Laut UN-Flüchtlingshilfswerk bewegen sich über 85 Prozent der weltweit schätzungsweise 60 Millionen gewaltsam vertriebenen Menschen in oder zwischen Ländern des Globalen Südens und mehr als die Hälfte dieser Menschen ist 18 Jahre oder jünger.

Die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 ist - mit einer Ausnahme - von allen Staaten der Welt ratifiziert worden. Sie verpflichtet die Mitgliedsstaaten unter anderem zur Umsetzung der Kinderrechte auf ihrem eigenen Territorium und in ihrer Außen- und Entwicklungspolitik.

Weitere Informationen: http: ots.de N2HkW

Pressekontakt: Bettina Hildebrand, Pressesprecherin Telefon: 030 25 93 59 - 14 Mobil: 0160 96 65 00 83 E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de

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