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Schlichtung der Bahn-Tarifrunde in der Schlussphase

14.06.2015 | 14:39

BERLIN (dpa-AFX) - Die Schlichtung im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht in die entscheidende Phase. Bis zum kommenden Mittwoch (17. Juni) wollten beide Seiten zu einem Ergebnis kommen. Die Schlichtung hatte am 27. Mai begonnen und war auf eine Dauer von drei Wochen angesetzt. Damit sind bis zum 17. Juni neue Streiks ausgeschlossen.

Als Schlichter eingesetzt sind der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der frühere brandenburgischen Regierungschef Matthias Platzeck (SPD). Für die Dauer des Verfahrens wurde Vertraulichkeit vereinbart. Deshalb hat sich bislang keine der beiden Seiten zum Stand der Verhandlungen geäußert.

Für den Fall, dass bis zum 17. Juni noch keine Einigung zustande kommt, sieht die Schlichtungsvereinbarung zwischen GDL und Bahn die Möglichkeit vor, das Verfahren um eine Woche zu verlängern.

Als Kernproblem des seit einem Jahr anhaltenden Tarifkonflikts gilt die Forderung der GDL, für jede der bei ihr organisierten Berufsgruppen einen eigenen Tarifvertrag abschließen zu dürfen - wobei die Bahn widerspruchsfreie Regelungen im Vergleich zu anderen Tarifwerken anpeilt. Zu diesen Gruppen gehören außer den Lokführern die Zugbegleiter, die Bordgastronomen, die Lokrangierführer und die Disponenten Planer. Insgesamt geht es um rund 37 000 Beschäftigte.

Die GDL wollte durchsetzen, dass im Zweifel für diese Berufe je zwei Tarifverträge gelten - einer für Mitglieder der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), einer für GDL-Mitglieder. Genau dies wollte die Bahn jedoch vermeiden: Für gleiche Tätigkeiten möchte sie gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten. Die GDL forderte außerdem 5 Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Vertragslaufzeit sowie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um eine Stunde.

Kurz vor Beginn der Schlichtung hatte die Bahn mit der EVG einen Tarifabschluss für rund 100 000 Bahn-Beschäftigte erzielt. Sie erhalten eine Einkommenserhöhung um 3,5 Prozent zum 1. Juli, mindestens jedoch 80 Euro mehr. Am 1. Mai 2016 steigen die Löhne laut EVG-Tarifvertrag noch einmal um 1,6 Prozent, mindestens um 40 Euro. brd DP zb

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