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ROUNDUP: Telekom erweitert Rechenzentrum Biere - Standort ist Prototyp

12.09.2016 | 16:21

BIERE (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom <DTE.ETR> will mit Millioneninvestitionen ihren Prototyp für Cloud-Rechenzentren im Salzlandkreis ausbauen. Mit einem Neubau soll die Kapazität für Cloud-Dienste bis Sommer 2018 um das anderthalbfache erweitert werden, wie der Konzern mitteilte. Am Montag legte die Großkundensparte T-Systems in Biere, gut 24 Kilometer südlich von Magdeburg, den Grundstein für die Erweiterung. Statt wie bisher 20 000 Server sollen dann 50 000 Server für Cloud-Dienste zur Verfügung stehen, um Daten nicht lokal, sondern in den Telekom-Kapazitäten zu speichern.

Nach Angaben der Landesregierung Sachsen-Anhalt werden in den neuen Komplex 170 Millionen Euro investiert, 10 Millionen Euro davon sind Landesförderung. Die Telekom will keine konkrete Investitionssumme nennen, spricht nur von unterem dreistelligen Millionenbereich.

Im Sommer 2018 soll Biere 2 fertig sein. Bis dahin will die Telekom elf solcher Hochleistungscenter weltweit aufbauen, wie der Geschäftsführer von T-Systems von IT und Sicherheit, Ferri Abolhassan, sagte. "Das hier ist der Prototyp." Weitere deutsche Standorte sind laut Telekom Frankfurt Main und München. Die anderen soll es in Südafrika und auf dem amerikanischen Kontinent geben. Jedes der Zentren hat laut Unternehmen im Umkreis von 30 Kilometern ein Zwillingszentrum, auf dem die Daten kopiert als Backup vorliegen, um die Ausfallmöglichkeiten zu minimieren.

In Biere läuft seit 2014 der erste Komplex, der Zwilling steht in Magdeburg. 600 Großkunden nutzen das Angebot laut Telekom bereits, darunter Konzerne wie Shell <R6C.ETR> <RDSA.ASX> <RDSA.ISE> oder Daimler <DAI.ETR>. Vor allem für Abrechnungsdienste, wie eine Sprecherin sagte. Aber auch für die Programmierung oder Software für die Fertigung.

Biere ist nach eigenen Angaben bereits der größte und modernste der Telekom. Ein eigenes Umspannwerk sorgt für die Stromversorgung, 500 000 Liter Schiffsdiesel sind im Keller für die Notstromversorgung gebunkert. Die Sicherheitsvorkehrungen sind nach Konzernangaben hoch. Das alles ist Teil des Geschäftsmodells.

Wenn die Erweiterung in zwei Jahren ans Netz geht, werden die jetzigen Kapazitäten ausgebucht sein, wie eine Telekom-Sprecherin sagte. "Strenger deutscher Datenschutz ist ein Verkaufsargument." Tatsächlich gaben in einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom jüngst rund 76 Prozent der befragten Unternehmen an, ein Rechenzentrum ausschließlich in Deutschland sei für Cloud-Anwendungen ein Muss. Für weitere 23 Prozent war es ein wichtiges Kann-Argument. Mehr als jedes zweite der befragten Unternehmen gab an, Cloud-Dienste zu nutzen. Im Vorjahr waren es demnach nur 44 Prozent.

"Cloud Computing ist ein Mega-Trend, der sich durchsetzen wird", sagte ein Verbandssprecher. Dafür spreche die Flexibilität für die Großkunden. Sie müssten die Server nicht mehr selbst pflegen und könnten je nach Bedarf Speicherplatz oder Rechenleistungen zubuchen - oder auch wieder senken. Derzeit sei der Markt noch relativ fragmentiert. Neben der Telekom seien Amazon <AMZN.NAS> <AMZ.FSE>, IBM <IBM.ETR> <IBM.NYS> oder Hewlett-Packard <HPQ.NYS> weitere große Player. hnl DP fbr

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