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ROUNDUP Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit kraftlosem Wochenstart

21.03.2016 | 18:17

FRANKFURT (dpa-AFX) - Verunsicherung über die weitere US-Geldpolitik hat den deutschen Aktienmarkt am Montag in der Defensive gehalten. Der Dax <DAX.ETR> überschritt im Verlauf zwar erneut die Marke von 10 000 Punkten, fiel aber wieder auf sein Ausgangsniveau zurück. Letztlich verlor der Leitindex minimale 0,02 Prozent auf 9948,64 Punkte. Zuletzt hatte der Dax fünf Wochen hintereinander Gewinne verbucht. In der verkürzten Handelswoche vor Ostern rechnen viele Börsianer nun mit einem ausgedünnten Geschäft.

Der MDax <MDAX.ETR> mittelgroßer Werte schloss mit einem Plus von 0,05 Prozent bei 20 109,97 Zählern. Für den Technologiewerte-Index TecDax <TDXP.ETR> ging es hingegen um 0,99 Prozent auf 1594,79 Punkte abwärts.

FED-MITGLIED ERWARTET BALDIGE ZINSERHÖHUNG

Der Chef der regionalen Notenbank von San Francisco, John Williams, äußerte sich mit Blick auf eine baldigen Fortsetzung der Zinswende in den USA zuversichtlich. Angesichts ermutigender Konjunkturdaten sehe er eine baldige Zinsanhebung kommen. Die kommenden Zinssitzungen im April und Juni seien dafür mögliche Termine. Höhere Zinsen aber lassen Aktien im Vergleich zu Anleihen weniger attraktiv erscheinen.

Dagegen säten frische Daten vom US-Immobilienmarkt Zweifel an zügig steigenden Leitzinsen. So waren die Verkäufe bestehender Häuser im Februar unerwartet deutlich gefallen gefallen. Im Vergleich zum Vormonat waren sie um 7,1 Prozent gesunken, während Bankvolkswirte mit einem Rückgang um 3,0 Prozent gerechnet hatten. Im Januar hatte es einen Zuwachs um 0,4 Prozent gegeben, im Dezember um außergewöhnlich starke 12,1 Prozent.

BAYER FAVORIT IM DAX

Unter den Einzelwerten im Dax richtete sich die Aufmerksamkeit auf Chemieaktien, die von Übernahmespekulationen bewegt wurden. Kreisen zufolge hat der US-Saatguthersteller Monsanto <MON.NYS> <MOO.ETR> nach einem gescheiterten Übernahmeversuch in der Schweiz seine Angel in Deutschland ausgeworfen. Demnach soll Monsanto an der Agrochemie-Sparte von Bayer <BAYN.ETR> interessiert sein und mit den Leverkusenern darüber gesprochen haben. Die Papiere von Bayer gewannen an der Dax-Spitze 3,26 Prozent. Zwischenzeitlicht waren sie sogar um über 5 Prozent in die Höhe gesprungen. Die Anteilsscheine von BASF <BAS.ETR> stiegen um 0,69 Prozent.

Die Aktien von ProSiebenSat.1 <PSM.ETR> gaben an ihrem ersten Tag im Dax um 0,67 Prozent nach. Die Anteilsscheine des Medienunternehmens ersetzten die Papiere des Salz- und Düngerherstellers K+S <SDF.ETR>, die in den MDax abgestiegen sind. Diese gewannen 0,37 Prozent. Spitzenreiter im MDax waren Zalando <ZAL.ETR>, die nachrichtenlos um mehr als 6 Prozent hochsprangen.

NORDEX SACKEN AB

Derweil lieferte die fast beendete Berichtssaison unterschiedliche Signale. So gewannen die Papiere von Talanx <TLX.ETR> 2,74 Prozent. Der Versicherungskonzern sieht sich nach dem eingeleiteten Abschied aus der klassischen Lebensversicherung wieder etwas im Aufwind.

Am TecDax-Ende brachen die Papiere von Nordex um mehr als 6 Prozent ein. Nach einem kräftigen Umsatzsprung im vergangenen Jahr setzt sich das Hamburger Unternehmen für 2016 vorsichtige Ziele. "Der Ausblick dürfte konservativ formuliert sein, die Ziele liegen aber doch sehr deutlich unter den aktuellen Markterwartungen", sagte ein Aktienhändler.

EURO GIBT ETWAS NACH

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> ging es um 0,36 Prozent auf 3048,77 Punkte abwärts. Der Pariser Leitindex CAC 40 sank um 0,78 Prozent, der Londoner FTSE-Index büßte 0,08 Prozent ein. Der Dow Jones Industrial <DJI.DJI> in New York präsentierte sich zum europäischen Handelsende nahezu unverändert.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,10 Prozent am Freitag auf 0,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 142,06 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,18 Prozent auf 162,31 Punkte. Der Euro gab etwas nach: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1271 (Freitag: 1,1279) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8872 (0,8866) Euro. edh he

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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