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ROUNDUP Aktien Frankfurt Schluss: Anleger gewinnen Zuversicht zurück

19.09.2016 | 18:04

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt ist mit Gewinnen in eine richtungweisende Woche gegangen. Am Montag stieg der Dax <DAX.ETR> bis zum Handelsschluss um 0,95 Prozent auf 10 373,87 Punkte. Damit berappelte sich der Leitindex etwas von den Verlusten der Vorwoche.

"Aktuell weiß kein Marktteilnehmer so richtig, in welche Richtung es weitergeht", sagte Marktbeobachter Jens Klatt. "Die Anspannung vor den Sitzungen der japanischen und US-amerikanischen Notenbanken ist groß." Beide entscheiden am Mittwoch über die weitere Geldpolitik. In der Vorwoche hatten deshalb viele Anleger ihr Engagement in Aktien vorsichtshalber zurückgefahren - der Dax hatte insgesamt fast 3 Prozent verloren. Denn die niedrigen Zinsen und gigantischen Kaufprogramme der Notenbanken treiben seit Jahren die Börsen.

Auch in den anderen Indizes erholten sich am Montag die Kurse: Der MDax <MDAX.ETR> der mittelgroßen deutschen Unternehmen schloss 0,79 Prozent höher bei 21 193,35 Punkten. Der Technologiewerte-Index TecDax <TDXP.ETR> rückte um 0,34 Prozent auf 1774,10 Punkte vor.

EXPERTE WARNT VOR VERFRÜHTER FREUDE

Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets wollte aber nicht zuviel in die Kursgewinne interpretieren: Größere Engagements seien ausgeblieben, stellte er fest. "Aber immerhin: Der Verkaufsdruck aus der vergangenen Woche hat nachgelassen."

Zu den besten Werten im Dax gehörten die Papiere von Thyssenkrupp <TKA.ETR> mit einem Plus von 2,66 Prozent. Die Aktien profitierte wie andere Titel aus der Rohstoff- und Stahlbranche von höheren Metallpreisen. Auch Stahl-Rivale Salzgitter <SZG.ETR> gehörte im MDax zu den beliebtesten Werten mit einem Plus von 3,24 Prozent.

Am Dax-Ende knüpften die Aktien der Deutschen Bank <DBK.ETR> dagegen an ihren mehr als 8-prozentigen Kursrutsch vom Freitag an und gaben bis zum Handelsschluss um annähernd zweieinhalb Prozent nach. Hintergrund ist die unerwartet hohe Forderung der US-Regierung von 14 Milliarden Dollar (12,5 Mrd Euro) in Vergleichsverhandlungen um dubiose Hypothekengeschäfte. Die französische Großbank Societe Generale hält eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank für nahezu unvermeidlich, da es an Rücklagen fehle.

IMMOBILIENAKTIEN UNTER DRUCK

Die Aktien des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia <VNA.ETR> fielen als zweitschlechtester Dax-Wert um 0,88 Prozent. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte in einer Branchenstudie vor einer Überhitzung der Immobilienaktien gewarnt nach ihrem rasanten Aufstieg. Konkurrenten wie Deutsche Wohnen <DWNI.ETR> oder Ado Properties <ADJ.ETR> traf es mit Verlusten bis zu anderthalb Prozent noch härter.

Im TecDax fielen die Aktien von SMA Solar <S92.ETR> um mehr als 7 Prozent - so niedrig standen sie zuletzt vor etwa einem Jahr. Die Papiere des Wechselrichter-Herstellers haben alleine seit Anfang August mehr als ein Drittel an Wert verloren. Das Unternehmen sieht sich einem harten Preiskampf gegenüber und muss Werke schließen.

Die neu in den TecDax eingezogenen Papiere des IT-Systemhauses S&T <SANT.ETR> verteuerten sich um 0,28 Prozent, die Aktien des SDax <SDXP.ETR>-Aufsteigers Leifheit <LEI.FSE> rückten um gut 2 Prozent vor. Bei Indexänderungen kann es bisweilen zu größeren Kursbewegungen kommen, da Fonds, die entsprechende Indizes nachbilden, ihr Portfolio anpassen.

AUCH ANDERE EUROPÄISCHE BÖRSEN STEIGEN

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> stieg um 1,13 Prozent auf 2968,31 Punkte. Deutlich nach oben ging es auch für den Pariser CAC 40 <PCAC.PSE> und den Londoner FTSE 100 <UKX.ISE>. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial <DJI.DJI> gewann zum europäischen Handelsschluss 0,56 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,15 Prozent am Freitag auf minus 0,13 Prozent am Montag. Der Rentenindex Rex <REX.FSE> fiel um 0,09 Prozent auf 143,66 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,14 Prozent auf 163,70 Zähler. Der Euro erholte sich etwas von seinen Verlusten kurz vor dem Wochenende: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1165 (Freitag: 1,1226) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8957 (0,8908) Euro. das jha

--- Von Daniel Schnettler, dpa-AFX ---

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