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ROUNDUP Aktien Europa Schluss: Starke Wall Street verhilft Börsen ins Plus

15.09.2016 | 18:48

PARIS LONDON (dpa-AFX) - Eine starke Wall Street hat Europas Börsen am Donnerstag ins Plus gehievt. Damit beendeten sie erst einmal ihre jüngste Verlustserie. In New York profitierten die Aktienkurse von einer Reihe überwiegend enttäuschender US-Konjunkturdaten, die offenbar die Erwartung weiter niedriger US-Zinsen bestätigten - steigende Zinsen würden festverzinsliche Wertpapiere gegenüber Aktien begünstigen.

Dank des Rückenwinds aus den USA schüttelte der EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> seine zwischenzeitliche Schwäche ab: Zum Handelsende stand er 0,30 Prozent im Plus bei 2973,77 Punkten. Davor hatte der Leitindex der Eurozone fünf Tage in Folge nachgegeben, seine Talfahrt am Mittwoch allerdings schon deutlich abgebremst.

Der französische CAC-40-Index <PCAC.PSE> schaffte am Donnerstag einen Anstieg von 0,07 Prozent auf 4373,22 Zähler. Auch in Mailand und Madrid ging es mit den Kursen bergauf. In London gewann der FTSE-100-Index <UKX.ISE> 0,85 Prozent auf 6730,30 Punkte, nachdem die britische Notenbank wie erwartet vorerst auf eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik verzichtet hatte.

Angesichts der jüngsten amerikanischen Konjunkturdaten ist es weiter unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank Fed kommende Woche mit einer Leitzinserhöhung die im Dezember eingeleitete Zinswende fortsetzt. Denn die Währungshüter orientieren sich in ihrer Geldpolitik stark an der heimischen Wirtschaftsentwicklung.

Im europäischen Branchenvergleich favorisierten die Anleger am Donnerstag die Versicherer: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 gewann 1,24 Prozent.

Dagegen sank der Chemiefirmen-Index als Schlusslicht im Branchentableau um 0,50 Prozent. Hier belastete ein mehr als zweiprozentiger Kursrutsch von Bayer <BAYN.ETR>. Laut Konzernchef Werner Baumann soll die profitable Pharmasparte nicht unter der Monsanto-Übernahme <MON.NYS> <MOO.ETR> leiden. Noch nicht geklärt sind nach den Worten des Managers die Personalfragen nach der angekündigten Rekordübernahme des US-Saatgutkonzerns.

In London profitierten Einzelhandelstitel davon, dass die heimischen Umsätze im August nur halb so stark gesunken waren wie von Volkswirten erwartet: Morrison Supermarkets <MRW.ISE> <MZP.BER> setzten sich mit plus 7,49 Prozent an die Spitze des FTSE 100. Dahinter gewannen Tesco <TSCO.ISE> <TCO.FSE> und Sainsbury <SBRY.ISE> <SUY.FSE> 4,92 beziehungsweise 2,08 Prozent.

Dagegen büßten die Aktien von Next <NXT.ISE> <NXT.FSE> 4,86 Prozent ein. Das britische Handelsunternehmen hatte gewarnt, dass das laufende Quartal das schwierigste im laufenden Jahr werde. Zudem dürften 2017 die Umsätze unter den vom Brexit-Votum verursachten Preiserhöhungen leiden. Die Papiere des schwedischen Konkurrenten Hennes & Mauritz (H&M) <HM-B.SSE> <HMSB.FSE> büßten nach enttäuschenden monatlichen Absatzzahlen 4,28 Prozent ein.

Die Aktien des französischen Energiekonzerns EDF <PEDF.PSE> verloren 1,65 Prozent, nachdem die britische Regierung dem Bau des umstrittenen Atomkraftwerks Hinkley Point unter bestimmten Bedingungen zugestimmt hatte. Das Projekt an der Westküste Englands kostet die Franzosen 18 Milliarden britische Pfund (rund 21,3 Mrd Euro). Rund ein Drittel davon soll der chinesische Partner China Nuclear Power Corporation (CGN) schultern. gl he

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