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ROUNDUP Aktien Europa Schluss: Größter Wochenverlust für EuroStoxx seit Februar

16.09.2016 | 19:10

PARIS LONDON (dpa-AFX) - Zunehmende Sorgen über die US-Wirtschaft haben dem EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> den größten Wochenverlust seit Februar eingebrockt. Auch die deutlich fallenden Ölpreise und der sehr schwache Bankensektor drückten am Freitag auf die europäischen Aktienkurse.

Zum Handelsschluss verlor der EuroStoxx 1,30 Prozent auf 2935,25 Punkte. Damit setzte er seine Talfahrt fort - der Erholungsversuch vom Donnerstag erwies sich als Strohfeuer. Auf Wochensicht büßte der Leitindex der Eurozone 3,86 Prozent ein.

Den anderen Indizes erging es vor dem Wochenende kaum besser: Der französische CAC 40 <PCAC.PSE> sank um 0,93 Prozent auf 4332,45 Zähler, auch an den anderen europäischen Handelsplätzen ging es bergab. Vergleichsweise gut hielt sich noch der britische FTSE-100-Index <UKX.ISE>, der nur 0,30 Prozent auf 6710,28 Punkte verlor.

Gegenwind für Europas Aktienmärkte kam von der schwächelnden Wall Street: Nach zuletzt meist enttäuschenden US-Konjunkturdaten drängten Sorgen über den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft die Hoffnung auf weiter niedrige Zinsen in den Hintergrund. Zuletzt hatte die Erwartung, dass die amerikanische Notenbank Fed kommende Woche die Zinsen nicht anheben wird, noch für steigende Kurse gesorgt.

Vor dem Wochenende drückten zudem die sinkenden Ölpreise auf die Stimmung. Die Notierungen für den wichtigen Rohstoff gelten vielen Anlegern als Konjunkturindikator.

Dazu litten die hiesigen Aktienkurse schon um die Mittagszeit unter dem "großen Verfall". Viermal im Jahr - jeweils am dritten Freitag der Monate März, Juni, September und Dezember - fällt der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag. Zu diesen Terminen können Aktienkurse und auch Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten kräftig hin und her schwanken.

Im europäischen Branchenvergleich gehörten Bankentitel zu den größten Verlierern: Der Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 büßte 2,10 Prozent ein. Hier belastete vor allem der Kurssturz bei der Deutschen Bank <DBK.ETR>. Sie sieht sich in Vergleichsverhandlungen um dubiose Hypothekengeschäfte mit einer 14 Milliarden Dollar schweren Forderung der US-Regierung konfrontiert.

Schlusslicht im Branchentableau war allerdings der Autofirmen-Index mit minus 2,21 Prozent. In Mailand sackten Fiat Chrysler <FCA.AFF> <FCAU.NYS> um 2,06 Prozent ab, nachdem der Autobauer wegen Problemen mit Airbags und Sicherheitsgurten 1,9 Millionen Fahrzeuge weltweit in die Werkstätten beorderte. Am Donnerstag hatten sich die Aktionäre dank einer möglichen Partnerschaft mit dem chinesischen Branchenkollegen Beijing Automotive Industry Holding (Baic) noch über ein kräftiges Kursplus gefreut.

Derweil zogen die Aktien von Haldex um 7,59 Prozent an. Der schwedische Nutzfahrzeugzulieferer profitiert seit Tagen vom Bieterkampf der deutschen Autozulieferer Knorr-Bremse und ZF Friedrichshafen. Zuletzt hob ZF seine Übernahmeofferte auf 120 schwedische Kronen je Aktie an, blieb damit aber unter den von Knorr gebotenen 125 Kronen. Die Friedrichshafener werben bei den Haldex-Aktionären damit, für eine mögliche Übernahme bereits alle kartellrechtlichen Genehmigungen zusammen zu haben. Zudem hält ZF nach eigenen Angaben bereits 21,24 Prozent der Aktien und Stimmrechte an Haldex.

Zu den Gewinnern in Europa gehörten vor dem Wochenende Gesundheits- und Telekommunikationstitel - beide Branchen gelten als defensiv und spielen ihre Stärken vor allem in einem negativen Marktumfeld aus. gl fbr

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