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Aktien Frankfurt: Zinsangst lastet schwer auf deutschem Aktienmarkt

12.09.2016 | 12:04

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Furcht vor bald steigenden Zinsen hat den deutschen Aktienmarkt fest im Griff. Der Leitindex Dax <DAX.ETR> reduzierte zwar anfängliche Verluste von bis zu 2,59 Prozent, fiel bis zum Montagmittag aber immer noch um 1,99 Prozent auf 10 363,48 Punkte. Analyst Chris Weston vom Handelshaus IG hob die spürbar gestiegene Nervosität unter den Anlegern hervor.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax <MDAX.ETR> verlor 1,62 Prozent auf 20 970,41 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax <TDXP.ETR> ging es um 1,49 Prozent auf 1722,08 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> büßte rund 2 Prozent ein.

FURCHT VOR STEIGENDEN ZINSEN

Die Furcht vor bald steigenden Zinsen hatte bereits dem US-Leitindex Dow Jones Industrial <DJI.DJI> am Freitag den größten Tagesverlust seit dem Brexit-Votum eingebrockt und so auch für deutliche Kursverluste diesseits des Atlantiks gesorgt. Höhere Zinsen würden Aktien gegenüber Anleihen uninteressanter machen.

Der regionale Notenbankchef von Boston, Eric Rosengren, hatte sich gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen. Ansonsten drohe die US-Wirtschaft zu überhitzen, was eine um so raschere Zinsstraffung durch die Notenbank erfordern könne. Die Äußerungen von Rosengren sind beachtlich, weil er normalerweise einer lockeren Geldpolitik zuneigt.

"Am Freitag haben die Anleger damit begonnen, die Zinswende in den USA ernst zu nehmen und sich auf höhere Zinsen einzustellen", schrieb Analyst Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets. Die Hoffnung auf tiefe Zinsen für lange Zeit habe sich als Irrglaube herausgestellt.

EON-BETEILIGUNG UNIPER LEGT AM ERSTEN HANDELSTAG ZU

Linde-Aktien knickten im Dax um 7,66 Prozent auf 137,45 Euro ein. Der Gasehersteller und der US-Wettbewerber Praxair beendeten ihre Fusionsgespräche. In Detailfragen sei man nicht zu einer Einigung gekommen, hieß es von den Deutschen. Mitte August hatten die Anleger die Gespräche noch mit einem Kurssprung gefeiert. Nun sind die Linde-Aktien in dem sehr schwachen Umfeld unter das Niveau vor Bekanntwerden der Gespräche bei rund 140 Euro zurückgefallen.

Ansonsten stand das Börsendebüt von Eons <EOAN.ETR> Kraftwerks- und Energiehandelsbeteiligung Uniper im Fokus. Die Eon-Aktionäre erhielten dabei für je zehn Aktien ein Uniper-Papier zusätzlich. Der erste Kurs von Uniper lag bei 10,015 Euro, das bisherige Tageshoch bei 11,05 Euro. Zuletzt notierten die Uniper-Anteilsscheine bei 10,87 Euro.

An diesem Montag gehört Uniper zudem pro forma für einen Tag als 31. Konzern zum Dax. In der Schlussauktion werden sich dann diejenigen Indexfonds, die den Dax abbilden, von ihren Uniper-Aktien verabschieden müssen.

Eon will sich mit der Abspaltung seines konventionellen Energiegeschäfts fit machen für die Energiewende. Die Papiere notierten bereinigt um die Uniper-Abspaltung recht moderate 1,47 Prozent tiefer bei 7,075 Euro.

RWE MIT DETAILS ZUM BÖRSENGANG DER TOCHTER

Am Tag des Börsendebüts von Uniper präsentierte Konkurrent RWE <RWE.ETR> Details seiner Börsenpläne für die Tochter Innogy. Dabei sollen durch eine Kapitalerhöhung neue Aktien sowie Papiere aus dem RWE-Bestand an den Markt gebracht werden. RWE-Anteilsscheine verloren mehr als 3 Prozent.

Ein Lichtblick waren die Anteilsscheine von RIB Software <RIB.ETR>, die an der TecDax-Spitze um mehr als 9 Prozent in die Höhe schnellten. Der Bausoftware-Spezialist erhöhte nach der Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens seine Ergebnisprognose unerwartet deutlich. "Aus Aktionärssicht ist das Joint Venture eindeutig positiv", sagte ein Marktteilnehmer. la fbr

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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