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Aktien Frankfurt: Dax stabilisiert sich nach verpatztem Wochenstart

13.09.2016 | 12:07

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DAX.ETR> hat sich nach seinem Kursrutsch am Montag etwas stabilisiert. Der deutsche Leitindex legte bis zum Dienstagmittag um 0,21 Prozent auf 10 453,20 Punkte zu, nachdem er zwischenzeitlich nochmals minimal ins Minus gerutscht war. Mit dem Fed-Direktoriumsmitglied Lael Brainard dämpfte eine einflussreiche US-Notenbankerin die Sorgen vor einer baldigen Leitzinsanhebung. Es sei "Vorsicht" bei der Rückführung der lockeren Geldpolitik geboten, sagte sie.

Nach dem Einbruch der US-Indizes am Freitag aus Furcht vor bald steigenden Zinsen war auch der Dax zu Wochenbeginn zunächst um rund 2,5 Prozent bis auf 10 299 Punkte eingeknickt. Bis zum Handelsende hatte er die Verluste aber bereits um gut einen Prozentpunkt eingedämmt. Höhere Zinsen würden Aktien gegenüber Anleihen in einem schlechteren Licht erscheinen lassen.

Der MDax <MDAX.ETR> der mittelgroßen deutschen Unternehmen legte am Dienstag um 0,10 Prozent auf 21 185,75 Punkte zu und der Technologiewerte-Index TecDax <TDXP.ETR> gewann 0,81 Prozent auf 1750,64 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> hingegen ging es um 0,16 Prozent nach unten.

'ANLEGER IM BANN DER FED'

Am Freitag hatte sich der regionale Notenbankchef von Boston, Eric Rosengren, gegen eine zu lang anhaltende lockere Geldpolitik ausgesprochen und an der Wall Street für den stärksten Rutsch seit dem Brexit-Votum der Briten gesorgt. "Die Anleger stehen im Bann der Fed", schrieb Investmentanalyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg.

Nach dem Auftritt zahlreicher Vertreter der Fed rund um das Notenbank-Treffen in Jackson Hole sei zumindest deutlich geworden, dass unter den US-Währungshütern nach wie vor keine Einigkeit über die Richtung auf dem "Zinspfad" herrsche, schrieb Analyst Dirk Gojny von der National-Bank. Das reduziere die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im laufenden Monat tatsächlich, da Fed-Chefin Janet Yellen bisher durchaus den Eindruck hinterlassen habe, einen möglichst breiten Konsens bei den Zinsentscheidungen hinter sich wissen zu wollen. Mit zu vielen Abweichlern würde sie sich schwer tun.

Derweil hatten sich die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten im September zwar nicht verändert. Das Szenario eines fortgesetzten Wachstums sei aber intakt, schrieb Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Helaba.

INFINEON PROFITIEREN VON ÜBERNAHMEFANTASIEN

Unter den Favoriten im Dax stiegen die Anteilsscheine von Infineon Technologies <IFX.ETR> um 2,24 Prozent. Börsianer verwiesen als Antrieb auf die Ankündigung einer weiteren Fusion in der Chipindustrie, die für Übernahmefantasie in der Branche sorge: Der japanische Wettbewerber Renesas will den US-amerikanischen Autochip-Spezialisten Intersil <ISIL.NAS> <IH9.FSE> schlucken.

Im Blick blieben derweil die Aktien der von Eon abgespaltenen Kraftwerks- und Energiehandelssparte Uniper <UN01.ETR>. Nachdem die Anteilsscheine am Montag bereits ein insgesamt ordentlich verlaufenes Börsendebüt hingelegt hatten, zogen sie am Dienstag nun um knapp 4 Prozent an. Mehrere Analysten hatten sich überwiegend zuversichtlich zu den Papieren geäußert. Für die Aktien von Eon <EOAN.ETR> ging es derweil um rund 2 Prozent nach unten.

KRONES LEICHT IM MINUS

Gegen den Trend gaben die Anteilsscheine von Krones <KRN.ETR> leicht nach. Die Schweizer Großbank UBS hatte ihre Kaufempfehlung für die Papiere des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen gestrichen. Das Unternehmen habe mit einem geringeren Wachstum und einem schärferen Wettbewerb zu kämpfen, schrieb Analyst Sven Weier. la ag

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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