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09.09.2011 | 15:06
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Unsicherheit der Anleger über die künftige Kursentwicklung hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag im Minus gehalten. Der Dax <DAX.ETR> fiel am Nachmittag noch um 0,49 Prozent auf 5.381,86 Punkte, konnte seine frühen Verluste dabei aber mit Hilfe anziehender Autowerte reduzieren. Auf Wochensicht bahnt sich damit aber ein Minus von nahezu drei Prozent an. Der MDax <MDAX.ETR> gab am Freitag um 1,21 Prozent auf 8.681,26 Punkte nach, und der TecDax <TDXP.ETR> verlor 0,72 Prozent auf 716,25 Punkte.
Chefvolkswirt Jochen Intelmann von der Hamburger Sparkasse verwies angesichts der Verluste darauf, dass die allgemeine Verunsicherung unter den Anlegern vor dem Wochenende groß sei. "Man setzt zur Zeit auf Sicherheit", so der Experte, der auch auf absehbare Zeit mit einer weiterhin holprigen Entwicklung an den Börsen rechnet. Die Reden von Ben Bernanke und Barack Obama vom Vorabend konnten den Märkten ebenfalls keine positiven Impulse verleihen.
ÜBERRASCHENDE ZULASSUNGSEMPFEHLUNG FÜR BAYER-MITTEL XARELTO
Nach einer überraschenden Zulassungsempfehlung eines Ausschusses der US-Gesundheitsbehörde FDA für den Gerinnungshemmer Xarelto legten Bayer-Aktien <BAYN.ETR> als einer der wenigen Dax-Gewinner um 3,07 Prozent auf 40,165 Euro zu. "Das kommt wirklich überraschend, nachdem es vor wenigen Tagen kritische Stimmen seitens der FDA gegeben hat und weitere Daten verlangt wurden", meinte ein Händler. UBS-Analyst Andrew Whitney hält eine US-Zulassung daher für wahrscheinlich, betonte aber, dass eine Verzögerung bei der Markteinführung immer noch möglich sei.
Zu einer kleinen Stütze für den Dax entwickelten sich auch einige Autowerte. BMW <BMW.ETR> und Daimler <DAI.ETR> drehten am Nachmittag ins Plus und legten zuletzt 0,41 und 0,37 Prozent zu. "Womöglich spielt hier die Vorfreude auf die IAA eine Rolle", sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel im Hinblick auf die in den kommenden Woche in Frankfurt beginnende Automobilmesse. Die VW-Vorzüge <VOW.ETR> <VOW3.ETR> blieben jedoch mit 0,74 Prozent im Minus und Porsche <PAH3.ETR> büßten sogar etwas mehr als 11 Prozent ein. Anders als geplant werden die beiden Konzerne in diesem Jahr nicht mehr fusionieren. Hintergrund sind noch immer bestehende juristische Hürden.
DEUTSCHE BÖRSE UND COMMERZBANK UNTER DEN VERLIERERN
Die Aktien der Deutschen Börse <63DU.ETR> dagegen gaben um 1,46 Prozent auf 40,40 Euro nach. Sie reagierten damit auf die Absage an einen "Squeeze-Out" für die Aktionäre, die ihre Anteilsscheine noch nicht für die Fusion mit der NYSE Euronext <NYX.NYS><PNYX.PSE> getauscht haben. Laut einem Händler hat der Börsenbetreiber eine Zwangsabfindung vormals nicht ausgeschlossen. Commerzbank-Titel <CBK.ETR> waren mit minus 3,39 Prozent der schwächste Dax-Wert. Händler begründeten dies mit einer allgemeinen Schwäche im europäischen Bankensektor, nachdem Finanzwerte am Vortag auch in den USA zu den Verlierern gezählt hatten.
Im MDax gehörten Aktien von Klöckner & Co <KCO.ETR> mit einem Minus von 4,31 Prozent auf 10,095 Euro zu den schwächsten Werten. Händler begründeten dies mit fallenden Preisen für Stahlschrott. Schlusslicht im Index waren die Aktien von Tui <TUI1.ETR>, die um 7,20 Prozent auf 4,050 Euro abrutschten. Ein Händler verwies auf Nachwirkungen vom Vortag, als der russische Milliardär Alexej Mordaschow die Aufstockung seiner Anteile am deutschen Reisekonzern bekanntgab. Dessen Käufe fielen nun als Unterstützung weg und nach dem jüngsten Anstieg der Papiere gebe es Gewinnmitnahmen, so der Börsianer. tih gl
--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---
DAX, DE, DE0008469008, MDAX, DE, DE0008467416, TecDax, TDXP, DE, DE0007203275