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Aktien Frankfurt: Dax macht Jahresverlust wett

15.08.2016 | 15:00

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag weiter Grund zur Freude: Nachdem der Dax <DAX.ETR> bereits im frühen Handel bei 10 802,32 Punkte einen neuen Jahreshöchststand erreicht hatte, liegt der deutsche Leitindex auf Jahressicht erstmals im Plus. Zuletzt stieg das Börsenbarometer um 0,40 Prozent auf 10 756,37 Punkte.

"Die Kurzfriststimmung am Aktienmarkt steigt Richtung Euphorie", schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg. Im Frühjahr hatte die Lage noch ganz anders ausgesehen: Direkt nach dem Jahreswechsel war der Dax wegen Sorgen um die Weltwirtschaft eingeknickt und hatte sich seitdem nicht aus der Verlustzone arbeiten können. Das gelang erst jetzt - trotz des zwischenzeitlichen Brexit-Votums und der folgenden Marktturbulenzen.

Der MDax <MDAX.ETR> der mittelgroßen Werte bewegte sich am Montag zuletzt mit 0,17 Prozent auf 21 874,85 Punkte nur wenig vom Fleck, hatte im frühen Handel aber bei 21 947,54 Punkten ein absolutes Rekordhoch erreicht. Für den Technologiewerte-Index TecDax <TDXP.ETR> ging es um 0,60 Prozent auf 1747,92 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> lag moderat im Plus.

'RISIKEN WERDEN AUSGEBLENDET'

Bemerkenswert sei weiterhin, dass die Marktteilnehmer offensichtlich alle Risiken ausblendeten, schrieben die Analysten der Landesbank Helaba. Zuletzt hätten die wieder zunehmenden Spannungen in der Ukraine kaum Reaktionen am Aktienmarkt ausgelöst.

Vielmehr wurden zu Wochenbeginn eigentlich negative Nachrichten aus Japan positiv interpretiert. So hatte sich zwar das Wachstum der japanischen Wirtschaft im zweiten Quartal unerwartet deutlich verlangsamt. Nun aber könnte sich die japanische Notenbank großzügiger als zuletzt zeigen und die Konjunktur ankurbeln, sagte Marktbeobachter Jens Klatt.

VOLKSWAGEN LEGEN ZU

Unter den Favoriten im Dax zogen die Vorzugsaktien von Volkswagen (VW) <VOW3.ETR> um rund 1,5 Prozent an. Der Autobauer darf 460 000 weitere Fahrzeuge technisch umrüsten, die vom Dieselskandal betroffen sind. Das Kraftfahrtbundesamt hat die Nachbesserungslösungen freigegeben.

Schlusslicht im Dax waren die Papiere der Lufthansa <LHA.ETR> mit einem Minus von 1,63 Prozent. Im Tarifstreit bei der Fluggesellschaft hatten das Unternehmen und die Pilotengewerkschaft VC ihre Gespräche ergebnislos abgebrochen. Flugreisende müssten derzeit aber keine Streiks befürchten. Der Knackpunkt der Gespräche dürfte erneut die Vorruhestandregelung der Flugzeugführer gewesen sein, schrieb Commerzbank-Analyst Johannes Braun.

K+S SACKEN WEITER AB

Die Aktionäre des Dünger- und Salzproduzenten K+S <SDF.ETR> scheinen zunehmend den Glauben an eine baldige Geschäftserholung zu verlieren. Die Papiere setzten im MDax ihren Abwärtstrend mit minus 4,41 Prozent fort. Der Konzern hatte die Anleger erst am vergangenen Donnerstag mit seinem Jahresausblick verschreckt. Nun schrieb Analystin Sophie Jourdier vom britischen Investmenthaus Liberum, dass bei K+S das kurzfristige Absatzpotenzial durch die Umweltauflagen in Deutschland und die Verzögerung beim Produktionsstart in der neuen Kali-Mine in Kanada begrenzt sei.

Expertenlob gab es aber für Kion <KGX.ETR>: Das Investmenthauses Jefferies hatte die Aktien des Gabelstapler-Herstellers zum Kauf empfohlen. Die Papiere zogen an der MDax-Spitze um gut 2 Prozent an. la das

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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