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Aktien Frankfurt Ausblick: Abwarten vor 'Hexensabbat' - Deutsche Bank im Blick

16.09.2016 | 08:20

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor dem Verfall der Futures und Optionen an den Terminbörsen, dem "Hexensabbat", dürfte der Dax <DAX.ETR> am Freitag leicht schwächer starten. Der X-Dax als Indikator für den Leitindex signalisierte knapp eine Stunde vor der Handelseröffnung ein Minus von 0,13 Prozent auf 10 418 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> wird ebenfalls leicht im Minus erwartet.

Tags zuvor war der Dax zunächst auf 10 337 Punkte abgerutscht, schaffte dann aber dank der starken Wall Street den Dreh ins Plus. Grund waren eher maue Konjunkturdaten. Angesichts der jüngsten Signale aus der Wirtschaft werde es immer unwahrscheinlicher, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche weiter an der Zinsschraube drehe, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Die lockere Geldpolitik der Notenbanken gilt bereits seit langem als Treiber für den Aktienmarkt.

Nach Xetra-Schluss traten die Futures auf die US-Indizes aber per saldo nur noch auf der Stelle, so dass es von dieser Seite zunächst keinen weiteren Auftrieb gibt. Die Futures sind ein Indikator für die Kursentwicklung an der tonangebenden Wall Street.

USA FORDERN 14 MILLIARDEN DOLLAR VON DEUTSCHER BANK

Verdauen müssen die Anleger zudem eine weitere Hiobsbotschaft von der Deutschen Bank <DBK.ETR>: Die US-Regierung legt die Latte bei den Vergleichsverhandlungen um dubiose Hypothekengeschäfte mit einer Forderung von 14 Milliarden Dollar (aktuell 12,5 Milliarden Euro) extrem hoch. Das wäre deutlich mehr als die Bank für die Beilegung ihrer vielen Rechtsfälle zurückgelegt hat. Daher könnte die ohnehin schwache Kapitaldecke der Bank wieder stärker in den Fokus geraten.

Es sei zwar üblich, mit einer überhöhten Forderung in die Verhandlungen zu gehen, sagte ein Börsianer. Die nun angesetzten 14 Milliarden Dollar seien aber eine Hausnummer, von der aus die Vorstellungen der Bank von einer Einigung auf einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag nun kaum vorstellbar erscheine. Auf der Handelsplattform Tradegate fielen die Aktien gegenüber dem Xetra-Schluss um rund 5 Prozent.

Darüber hinaus stehen die Aktien von SAP <SAP.ETR> nach Zahlen des Wettbewerbers Oracle <ORCL.NYS> <ORC.FSE> im Blick. Der US-Softwareriese habe zwar im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen verfehlt und vor allem mit seiner Gewinnprognose enttäuscht, sagte ein Händler. Positiv sei hingegen, dass Oracle in dem auch für SAP wichtigen Cloud-Geschäft bei Umsatz und Gewinn zugelegt habe. Bei Tradegate bewegten sich die Anteilsscheine kaum vom Fleck.

'GROSSER VERFALL' KANN KURSE DURCHEINANDER WIRBELN

Ansonsten blicken die Anleger auf den sogenannten "Hexensabbat". An diesem Freitag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom "großen Verfall" sprechen Börsianer dann, wenn - wie heute - der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt.

Große Marktteilnehmer wie Fonds- oder Vermögensverwalter versuchen im Vorfeld, die aktuellen Kurse auf jene Preise zu treiben, bei denen sie an der Terminbörse engagiert sind. Deshalb können zum Wochenschluss Aktienkurse und auch Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten kräftig hin und her schwanken. la das

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