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Aktien Frankfurt: Anleger warten nach 'Fed-Rally' auf neue Impulse

23.09.2016 | 12:14

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der "Fed-Rally" am Vortag warten die Anleger am deutschen Aktienmarkt auf weitere Impulse - und nehmen vor dem Wochenende erst einmal kleinere Gewinne mit: Der bereits schwach gestartete Dax <DAX.ETR> notierte am Freitagmittag mit 0,10 Prozent im Minus bei 10 663,42 Punkten. Anders als am Vortag fehlte der Rückenwind von den Überseebörsen. Zudem vertrieben eingetrübte Stimmungsdaten aus der Eurozone die Kauflaune der Investoren.

Die bisherige Wochenbilanz im deutschen Leitindex bleibt gleichwohl klar positiv: Nach bereits drei versöhnlichen Handelstagen hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer am Vortag mehr als 2 Prozent zugelegt. Beflügelt hatte der Entscheid der Fed, die Zinsen unverändert auf sehr niedrigem Niveau zu belassen. Vorher hatte bereits die Notenbank in Japan die Fortführung ihrer sehr lockeren Geldpolitik verkündet. Dem billigen Geld der Notenbanken ist der jahrelange Boom an den Aktienbörsen zu verdanken, da Anleger mit festverzinslichen Wertpapieren kaum noch etwas verdienen können.

JAHRESHOCH AUS DEM AUGUST IN SICHTWEITE

Konstantin Oldenburger von CMC Markets sieht daher die aktuellen Verluste im deutschen Leitindex nur als kurzes Zwischenspiel: "Das Jahreshoch aus dem August bei knapp über 10 800 Punkten sollte in der kommenden Woche beim Dax dann die nächste Anlaufstelle sein", glaubt der Experte. Denn Aktien blieben im Niedrigzinsumfeld weiter angesagt.

Unter negativen Vorzeichen stand auch der breitere deutsche Aktienmarkt am Freitag: Für den Index der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 0,48 Prozent auf 21 568,37 Punkte abwärts. Der Technologiewerte-Index TecDax <TDXP.ETR> gab 0,38 Prozent auf 1803,54 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> fiel um 0,42 Prozent auf 3038,86 Punkte.

Auch die erhofften Impulse für die Börsen von Konjunkturseite blieben vorerst aus, denn aktuelle Daten aus der Eurozone waren eher mau ausgefallen. So hatte sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im September deutlicher eingetrübt als erwartet. Nun richten sich die Blicke auf die USA, wo im späteren Handelsverlauf noch die Einkaufsmanagerindizes aus dem Verarbeitenden Gewerbe anstehen.

COBA SIEHT RWE ZU HOCH BEWERTET - PREISSPANNE FÜR INNOGY-IPO

Am Dax-Ende notierten am Mittag einmal mehr die Deutsche-Bank-Aktien <DBK.ETR> mit mehr als 2 Prozent Kursverlust und rückten damit wieder näher an das Rekordtief von August heran. Am Vortag hatten die Papiere ihren jüngsten Kursabstieg kurzfristig unterbrechen können. Beim deutschen Branchenprimus belasten derzeit vor allem Sorgen um die Kapitalausstattung nach der Hiobsbotschaft von einer möglichen zweistelligen Milliardenstrafe in den USA.

Zu den größten Dax-Verlierern gehörten auch die Versorger: RWE <RWE.ETR>-Papiere gaben nach einer frischen Verkauf-Empfehlung durch die Commerzbank um mehr als 1 Prozent nach. Analystin Tanja Markloff hält die Aktien inzwischen für zu hoch bewertet. Titel des Konkurrenten Eon <EOAN.ETR> verloren trotz einer Kaufempfehlung vom Bankhaus Metzler noch ein wenig deutlicher.

RWE hatte am Vorabend Details zum geplanten Börsendebüt seiner neuen Tochter Innogy genannt, darunter die Preisspanne von 32 bis 36 Euro je Stück. Am Markt sei dies in etwa erwartet worden, sagten Börsianer.

HELLA NACH HSBC-STUDIE JÄH AUSGEBREMST

Im MDax wurde der Siegeszug der Hella-Papiere <HLE.ETR> durch eine gestrichene Kaufempfehlung der britischen Investmentbank HSBC jäh ausgebremst. Der Autozulieferer sei inzwischen an der Börse angemessen bewertet, argumentierte Analyst Henning Cosman. Zudem senkte er seine Gewinnschätzungen. Am Vortag hatten Hella-Aktien noch den höchsten Stand seit März erreicht, nun rauschten sie um mehr als 5 Prozent abwärts.

Nach einer Anteilsplatzierung durch Blackstone gaben die Aktien des Internetportalanbieters Scout24 <G24ETR> fast 4 Prozent nach. Händlern zufolge gingen die Papiere des US-Finanzinvestors zu 31,60 Euro über den Tisch. Mit der Transaktion hat sich Blackstone laut Mitteilung vom Vorabend komplett aus dem SDax-Unternehmen zurückgezogen. tav fbr

--- Von Tanja Vedder, dpa-AFX ---

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