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AKTIE IM FOKUS: Aixtron-Anleger werden von Bedenken aus Berlin kalt erwischt

24.10.2016 | 12:44

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung vieler Aixtron-Aktionäre <AIXA.ETR> <AIXC.ETR> auf eine Übernahme durch einen chinesischen Investor hat am Montag einen herben Dämpfer erhalten. Das Bundeswirtschaftsministerium widerrief seine an Fujian Grand Chip Investment erteilte Unbedenklichkeitsbescheinigung und kündigte eine Wiederaufnahme des Prüfverfahrens an.

Der Schritt komme vollkommen unerwartet, kommentierte Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank. Der Kurs der frei handelbaren Aixtron-Aktien <AIXA.ETR> knickte bis zum Mittag um 8,14 Prozent auf 5,328 Euro ein. Der Kurs der bereits zum Verkauf eingereichten Aixtron-Anteile <AIXC.ETR> gab um 9,48 Prozent nach auf 5,300 Euro, womit die Aktien die schwächsten im Tecdax waren. Das Handelsvolumen der bereits angedienten Papiere war am Montagfrüh allerdings deutlich geringer. Das deutsche Technologiebarometer rückte um 0,13 Prozent vor.

CHINESEN BIETEN 6 EURO JE AKTIE

Laut den Angebotsunterlagen der Chinesen an die Aktionäre von Aixtron können jene Anteilseigner, die bereits ihre Papiere angedient haben, nicht von ihrer Entscheidung zurücktreten. Denn die Annahmefrist ist inzwischen abgelaufen.

Die Chinesen bieten 6 Euro je Aixtron-Anteilsschein. Bis Ende vergangener Woche waren ihnen laut eigenen Angaben rund 65 Prozent der Anteile angeboten worden. Vor dem Übernahmeangebot im Mai hatten die Aixtron-Papiere um die 4,50 Euro geschwankt, nachdem ein geplatzter Großauftrag sie zu Jahresbeginn kurzzeitig sogar unter 3 Euro gedrückt hatte.

EXPERTEN WUNDERN SICH

Es sei unklar, ob das Ministerium neue Erkenntnisse habe, die zu einer Wiederaufnahme des Prüfverfahrens geführt hätten, erklärte DZ-Analyst Schnitzer. Bislang hätten sich seine Bedenken lediglich um die US-Finanzinvestitionsbehörde (CFIUS) gedreht und ob diese der Übernahme vor dem Hintergrund des Technologie-Transfers nach China zustimmen werde, so Schnitzer.

Commerzbank-Analyst Thomas Becker merkte zudem an, dass auch die US-Behörde bisher dem Deal noch nicht zugestimmt habe, was eigentlich schon hätte geschehen sollen.

Aixtron stellt Maschinen für die Chipindustrie her, hatte zuletzt aber unter verzögerten und stornierten Aufträgen, Preisdruck und hohen Entwicklungskosten zu leiden. Die Rheinländer schrieben Verluste und rechnen auch im laufenden Jahr noch mit roten Zahlen. Das Management hatte vor diesem Hintergrund die Annahme der Offerte empfohlen.

ANALYSTEN ERWARTEN DÜSTERE ZUKUNFT

Tim Wunderlich von der Privatbank Hauck & Aufhäuser verwies auf Zeitungsberichte, denen zufolge Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ein Gesetz auf den Weg bringen will, das ausländische Firmen am Kauf deutscher Schlüsseltechnologien hindern soll.

Der Experte zeichnet im Falle eines Scheiterns der Übernahme für Aixtron ein düsteres Bild: Anleger sollten dann mit zusätzlichen einschneidenden Umbaumaßnahmen rechnen. Die Nachfrage nach LED-Anwendungen sei schwach und Aixtron dürfte nach dem bereits stornierten Großauftrag vom chinesischen Konzern Sanan weitere Marktanteile an den US-Rivalen Veeco verlieren.

Commerzbank-Experte Becker fürchtet, dass die Aixtron-Aktie bis auf ihren Buchwert von 3,25 Euro pro Stück absacken könnte. So billig war das Papier zuletzt im März. ajx men das

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