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Vietnam: Erfolg auf sozialistische Art - wo bleiben die Deutschen?

19.11.2014 | 13:42

HANOI (dpa-AFX) - Mit einem Airbus <AIR.PSE> <AIR.ETR> voller Manager bereist Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel gerade Vietnam. Das kommunistische Land, in dem Menschenrechte und Pressefreiheit nicht viel Wert sind, gilt weltweit als einer der Topmärkte der Zukunft. Deutsche Investoren sind spät dran, aber willkommen - der DDR sei Dank.

Warum werfen Investoren ein Auge auf Vietnam?

Seit die herrschende kommunistische Partei vor knapp 30 Jahren die Planwirtschaft beerdigte und auf eine "Marktwirtschaft mit sozialistischer Orientierung" setzte, hat das Schwellenland sich stark entwickelt. Lebten 1996 noch 53 Prozent der Menschen in Armut, waren es 2010 etwa 20 Prozent. Das Durchschnittsalter des 90-Millionen-Volkes liegt bei 29. Die Mittelschicht wächst, die jungen Leute sind motiviert und Technik-affin. Gabriel sieht einen "unglaublichen Aufstiegswillen und Bildungshunger".

In welchen Branchen spielt die Musik?

Elektronik, IT, Chemie, Medizintechnik, Infrastruktur und Textil. Seit den verheerenden Unfällen und Bränden mit vielen Toten in Bangladesch sind westliche Modekonzerne unter Druck, mehr für die Näherinnen zu tun. Vietnam hat davon profitiert. Zwischen 2007 und 2012 steigerte Vietnam nach Angaben der deutschen Export-Agentur GTAI seine Bekleidungsexporte auf 17 Milliarden US-Dollar - bis 2020 sollen es 50 Milliarden Dollar sein. Wichtigste Kunden sind Modelabels aus den USA, Europa und Japan. Auch viele Handy-Hersteller kommen. Samsung <SSU.FSE> <SMSN.SQ1> zieht gerade in Vietnam - nicht in China - seine weltweit größte Smartphone-Produktion hoch. Ein wichtiger Standortvorteil für Vietnam ist dabei, dass die Löhne zwar steigen aber noch immer unter denen in China liegen.

Wie sind die Aussichten für deutsche Firmen?

Eigentlich gut. Die Vietnamesen mögen die Deutschen, viele von ihnen studierten nach der Wiedervereinigung von Nord- und Südvietnam (1976) im sozialistischen Bruderland in der DDR. Auch in der Regierung sitzen Minister und Spitzenbeamte, die fließend Deutsch sprechen. Deutschland sei ein idealer Partner - weil 100 000 Vietnamesen in der Bundesrepublik eine starke kulturelle Brücke bildeten, meint SPD-Chef Gabriel. Deutsche Firmen treten bislang aber mit zugeknöpften Geldbeutel in Hanoi und der Wirtschaftsmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt (früher Saigon) auf. Weit vorne hingegen liegen Japan, Korea, die USA, China und Russland.

Was läuft schlecht in Vietnam?

Wie in vielen Schwellenländern gibt es ausufernde Korruption und Schikanen gegen ausländische Investoren. Wer die Kommunistische Partei verärgert, die keine Opposition und Pressefreiheit duldet und kritische Blogger jahrelang ins Gefängnis steckt, hat schlechte Karten. Der Westen kritisiert auch, dass die Privatisierung von Staatsbetrieben stockt und die Umwelt rücksichtslos ausgebeutet wird. Ein Risikofaktor für Investoren bleibt auch das angespannte Verhältnis zum großen kommunistischen Bruderstaat China. Peking und Hanoi streiten um Inseln und Ölvorkommen im südchinesischen Meer. Im Frühjahr entwickelten sich in Vietnam antichinesische Proteste, inzwischen redet man wieder miteinander.

Wie sieht die EU-Strategie aus?

Die Europäer müssen aufpassen, dass sie in Südostasien nicht abgehängt werden. US-Präsident Barack Obama will unbedingt das Freihandelsabkommen TPP mit wichtigen Ländern im Asien-Pazifik-Raum, darunter Vietnam, erfolgreich abschließen und damit auch ein Signal gegen die chinesische Dominanz setzen. Beim umstrittenen Pendant TTIP zwischen EU und USA ist Obama weniger enthusiastisch. Die EU hofft nun, mit Vietnam ein eigenes Abkommen unterschreiben zu können. tb DP fri fr

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