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Aktien Frankfurt: Dax orientierungslos - 'Gefangen zwischen Hoffen und Bangen'

17.11.2014 | 15:18

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DAX.ETR> hat sich am Montag orientierungslos präsentiert. Nach einem schwachen Start pendelte der deutsche Leitindex um seinen letzten Schlusskurs und lag zuletzt 0,04 Prozent im Minus bei 9249,04 Punkte. Händler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner sah den Dax "gefangen zwischen Hoffen und Bangen". Der weiter lockeren Geldpolitik stünden politischen Unsicherheiten etwa in Russland und Nahost sowie Konjunktursorgen entgegen.

Die anderen Indizes schafften es zum Wochenstart in die Gewinnzone: Der MDax <MDAX.ETR> der mittelgroßen Unternehmen stieg um 0,02 Prozent auf 16 293,54 Punkte. Lediglich dem Technologiewerte-Index TecDax <TDXP.ETR> gelang ein deutlicher Anstieg von 0,86 Prozent auf 1274,49 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> ging es minimal um 0,05 Prozent bergauf.

JAPAN RUTSCHT ÜBERRASCHEND IN DIE REZESSION

Japans Wirtschaft war im zweiten Quartal des laufenden Fiskaljahres überraschend in die Rezession gerutscht, was den Nikkei-225-Index <N225.FX1> um knapp 3 Prozent nach unten gedrückt hatte. Zudem hellte sich die Stimmung in der Industrie des US-Bundesstaats New York im November nicht ganz so stark wie erwartet auf, wie der Empire State Index zeigte.

Später stehen noch Daten zur US-Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung sowie eine Rede von EZB-Chef Mario Draghi vor dem Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europaparlaments auf der Agenda. Die Ukraine-Krise war am Wochenende großes Thema auf dem G20-Gipfel der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Dort war wieder deutlich geworden, wie groß die Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland und dem Westen weiterhin sind.

KOOPERATION BEFLÜGELT MERCK

Unternehmensnachrichten waren zum Wochenstart dünn gesät. Die Aktien der Merck KGaA <MRK.ETR> sprangen mit plus 2,79 Prozent an die Dax-Spitze - bei 77,99 Euro hatten sie zu Handelsbeginn ein neuerliches Rekordhoch erreicht. Sie profitierten von der angekündigten Allianz des Pharma- und Chemiekonzerns mit dem US-Pharmariesen Pfizer <PFE.NYS> <PFE.FSE> zur Entwicklung und Vermarktung von Krebs-Antikörpern. Ein Marktteilnehmer sprach von einer "höchst attraktiven Allianz" bei einem der am weitesten fortgeschrittenen Wirkstoffkandidaten.

Dagegen traten die Siemens-Titel <SIE.ETR> nach einem Presseinterview auf der Stelle. Vorstandschef Joe Kaeser gab dem Geschäftsbereich Medizintechnik eine vorläufige Bestandsgarantie im Unternehmen und erteilte Spekulationen über eine Ausgliederung, einen Verkauf oder einen Börsengang der Sparte eine Absage. Ein Börsianer wertete dies leicht negativ. Einige Marktteilnehmer hätten auf eine Ausgliederung gehofft - diese Fantasie dürfte nun zumindest vorläufig verpuffen.

AIRBUS UND SALZGITTER VON STUDIEN BEWEGT

Im MDax sorgten Analystenkommentare für die größten Bewegungen. So fielen die Titel von Airbus <AIR.ETR> <PAIR.PSE> um 0,98 Prozent, nachdem mehrere Experten ihre Kursziele für die Aktien des Flugzeugbauers gesenkt hatten.

Salzgitter <SZG.ETR> hingegen steht weiterhin in der Gunst der Analysten. Nun äußerte sich die französische Investmentbank Exane BNP Paribas positiv zu den Papieren des Stahlherstellers, die an der Indexspitze um 3,77 Prozent anzogen. gl fbr

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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