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Aktien Frankfurt: Dax ist orientierungslos - RWE setzt steile Talfahrt fort

14.11.2014 | 12:24

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag an den wechselhaften Vortagesverlauf angeknüpft und keine klare Richtung gefunden. Der Dax notierte am Freitagmittag 0,38 Prozent tiefer bei 9213,38 Punkten. Damit deutet sich auf Wochenbasis ein Minus von mehr als einem halben Prozent an.

"Der Dax hat den November-Blues. Anders kann man es kaum bezeichnen, was der Index seit einigen Tagen vollzieht. Denn die US-Märkte hatten die Vorlage für einen Anstieg Richtung 9500 Punkte gegeben", kommentierte Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Brokerhaus Ayondo. "Nach einem Sprint von 1000 Dax-Punkten seit Mitte November sind die Investoren aber etwas müde."

Die Vorgaben aus Übersee lieferten zum Wochenschluss wenig Orientierung. Auch aktuelle Wachstumsdaten aus der Eurozone machten eine Richtungsentscheidung schwer. So ist Deutschland im Sommer nur knapp an einer neuen Rezession vorbeigeschrammt. Dagegen ist Frankreichs Wirtschaft überraschend gut in Schwung gekommen.

Der TecDax <TDXP.ETR> der Technologietitel sank um 0,08 Prozent auf 1270,67 Punkte. Der MDax <MDAX.ETR>, in dem mittelgroße Unternehmen enthalten sind, stieg indes zeitgleich um 0,34 Prozent auf 16 276,87 Punkte.

MERCK KGAA KURZ AUF REKORDHOCH

Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA sprangen zeitweise auf ein neues Rekordhoch, konnten dies jedoch nach den starken Gewinnen vom Vortag mit guten Geschäftszahlen nicht lange halten. An der Dax-Spitze lagen zuletzt Papiere von Adidas <ADS.ETR>, die mit plus 1,23 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende August kletterten.

RWE-Papiere <RWE.ETR> sackten um weitere 2,66 Prozent ab. Die "Rheinische Post" spekulierte, dass der Versorger die Dividende mittelfristig auf 80 Cent je Aktie senken könnte. Am Markt würden für die kommenden Jahre noch Dividenden von jeweils 1 Euro erwartet, sagte ein Händler. Allerdings seien die Sorgen über die Höhe der Ausschüttungen nicht neu. In drei Tagen ging es nun insgesamt um fast 9 Prozent abwärts, nachdem zuletzt bereits schwache Zahlen und Sorgen um den wackelnden Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea belastet hatten.

SALZGITTER PROFITIEREN VON ANALYSTENEMPFEHLUNG

Salzgitter-Aktien <SZG.ETR> stachen nach positiven Analystenstudien im MDax mit einem Zuwachs von knapp 7 Prozent heraus. James Gurry von der Schweizer Credit Suisse lobte die Optimierungsanstrengungen in den Geschäftsabläufen des Stahlkonzerns. Dies bringe Salzgitter im schwierigen Umfeld voran. Nach dem Kurseinbruch seit Mitte September rechnet er nun mit einer überdurchschnittlichen Entwicklung.

Auch Airbus-Aktien <AIR.ETR> zogen mit plus 2 Prozent kräftig an. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern hat trotz rückläufiger Flugzeug-Auslieferungen im Sommer deutlich zugelegt. Analyst Markus Turnwald von der DZ Bank nannte die Ergebnisse auf den ersten Blick stark.

Im TecDax sind Drillisch-Aktien <DRI.ETR> mit 2 Prozent Minus zweitschwächster Wert, nachdem sie anfangs Spitzenreiter im Technologieindex waren. Der Mobilfunkanbieter legte Zahlen für das dritte Quartal vor und plant die Übernahme der Yourfone GmbH von Telefonica Deutschland samt 235 000 Kunden. Während die Geschäftsentwicklung am Markt Wohlgefallen fand, kritisierten Experten den geschätzten Kaufpreis für Yourfone als relativ hoch. edh das

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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