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Aktien Frankfurt: Dax im Höhenrausch nach China, Draghi und Wall-Street-Rekorden

21.11.2014 | 15:12

FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt feiern Anleger am Freitag Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi, die anhaltende Rekordjagd der Wall Street und eine überraschende Zinssenkung in China. Der Dax <DAX.ETR> knüpfte mit einem Plus von 2,13 Prozent auf 9685,54 Punkte an seine vier Gewinntage in Folge an. Der deutsche Leitindex steht damit so hoch wie seit zwei Monaten nicht mehr.

Für den MDax <MDAX.ETR>, den Index mittelgroßer Werte, ging es am Nachmittag um 1,77 Prozent aufwärts auf 16 831,31 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex TecDax <TDXP.ETR> gewann 0,97 Prozent auf 1331,42 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <SX5E.DJX> kletterte um 2,53 Prozent nach oben.

DAX IM KIELWASSER VON CHINA, DRAGHI UND WALL STREET

Am Vormittag hatte Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, die Börsen befeuert. Der oberste europäische Währungshüter hatte auf einem Bankenkongress in Frankfurt abermals seine Handlungsbereitschaft bekräftigt, den Kampf gegen Niedriginflation und Wachstumsschwäche auszuweiten. Weitere positive Impulse kamen aus Fernost. In China hat die Notenbank ihre Leitzinsen gesenkt und sich gegen die Schwäche der heimischen Konjunktur gestemmt.

Schon am Morgen hatten starke Vorgaben den deutschen Aktienmarkt beflügelt, sagte Investmentanalyst Clemens Bundschuh von der Landesbank LBBW. Sowohl der weltweit bekannteste Aktienindex Dow Jones Industrial als auch der S&P-500-Index hatten am Vorabend in New York auf neuen Rekordständen geschlossen.

Auf Wochensicht ist der Dax schon über viereinhalb Prozent geklettert - das wäre das stärkste Wochenplus seit Mitte Dezember 2013. Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research gab allerdings zu bedenken: "Die Weihnachtsrally 2014 ist eine Rally mangels Alternative." Anleger wüssten in Tagen teilweise negativer Zinsen nicht wohin mit ihrem Geld und bissen mit mulmigem Gefühl in den Aktienapfel.

STUDIEN TREIBEN EINZELWERTE AN

Angesichts der ansonsten relativ dünnen Nachrichtenlage und der nur spärlich bestückten Tagesagenda sorgen Studien erneut für die größten Kurbewegungen: Die Aktie von Heidelbergcement <HEI.ETR> sprang nach einer positiven Studie mit plus 4,38 Prozent auf 60,11 Euro an die Dax-Spitze. Ebenfalls nach oben ging es für BASF-Aktien <BAS.ETR>. Auch hier sorgte eine Expertenstudie nach aktuellen Produktionszahlen aus der Chemiebranche für Aufwind. Das Papier verteuerte sich um 3,35 Prozent auf 73,48 Euro.

Eon-Papiere <EOAN.ETR> sprangen nach einer Hochstufung der Investmentbank UBS mit plus 3,11 Prozent nach oben. Zuletzt hatten die Anteile an dem größten deutschen Energieversorger nicht vom Aufwärtsschwung des Marktes profitiert. Auch bei der Nummer zwei der deutschen Energiebranche, RWE <RWE.ETR>, strich UBS-Analyst Patrick Hummel seine Verkaufsempfehlung.

ADIDAS AM DAX-ENDE

Einziger der 30 Dax-Werte im Minus waren die Papiere des Sportartikelherstellers Adidas <ADS.ETR> mit einem Abschlag von knapp einem Prozent. Händler sprachen unisono von Gewinnmitnahmen, die den Titel nach der deutlichen Erholung der vergangenen Handelstage nun nach unten drückten.

Auch einige Werte aus dem Chemie- und Pharmasektor hinkten dem Markt hinterher. Händlern zufolge werden diese Papiere von Anlegern eher in unsicheren Zeiten an den Aktienmärkten gesucht, bei steigenden Kursen aber vernachlässigt. Henkel <HEN3.ETR> legten nur 0,18 Prozent zu

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundesanleihen auf 0,65 (Vortag: 0,69) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 138,11 Punkte. Der Bund Future gewann 0,24 Prozent auf 151,96 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2422 (1,2539) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8050 (0,7975) Euro. fat fbr

--- Von Frederik Altmann, dpa-AFX ---

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