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S.A.G. SOLARSTROM AG ISIN: DE0007021008 WKN: 702100 |
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05.07.2011 | 11:10
Im Interview mit a|m spricht Vorstandsvorsitzender Dr. Karl Kuhlmann über die Gründe der Emission und die Zukunftspläne des Unternehmens.
a|m : Herr Dr. Kuhlmann, Sie haben sich im ersten Quartal mit ihren guten Zahlen von anderen Solarunternehmen abgehoben. Wie wichtig ist das Geld aus der Anleiheemission, um dieses Wachstum fortzusetzen?
Kuhlmann: Die Mittel aus der Anleihe helfen unser Wachstum noch zu beschleunigen und die Kosten der Projektfinanzierung zu reduzieren. Bei Zwischenfinanzierungen über Banken kann der Zins je nach Land, Projekt und Laufzeit auch deutlich höher als diese 7,5 % liegen. Außerdem wird jedes Projekt einzeln geprüft. Das kostet Zeit. Mit der Reduzierung der Finanzierungskosten um 1 Prozent, steigt unsere EBIT-Marge um 0,25 Prozent. Daher ist die Anleihefinanzierung gerade bei Auslandsprojekten sehr attraktiv.
a|m : Es ist Ihre zweite Anleihe innerhalb kurzer Zeit. Was sind die Gründe dafür?
Kuhlmann: Als herstellerunabhängiger Systemintegrator profitieren wir von den aktuellen Preisrückgängen bei den Komponenten für Photovoltaik-Anlagen. Deshalb sind wir sehr zuversichtlich, unseren 2007 begonnenen profitablen Wachstumskurs fortsetzen zu können. Wir haben im ersten Quartal 2011 unseren Umsatz mehr als verdoppelt und das operative Ergebnis mehr als verdreifacht. Mit der Anleihe werden wir unsere gut gefüllte Projektpipeline schneller umsetzen und dabei eine höhere Marge erzielen können.
a|m : Der Kupon von 7,5% ist deutlich höher als bei der ersten Anleihe. Haben sich die Rahmenbedingungen geändert?
Kuhlmann: Der höhere Kupon ist dem allgemein höheren Zinsniveau am Markt geschuldet. Seit Oktober letzten Jahres ist der EURIBOR von 1,46 % auf über 2,1% gestiegen. Außerdem bieten wir Investoren mit 6 Jahren eine längere Laufzeit als bei der ersten Anleihe. Mit den 7,5 Prozent, bei einem Rating von BBB+, bieten wir unseren Bondinvestoren eine attraktive Rendite, aber auch unsere Aktionäre profitieren, weil wir teure Zwischenfinanzierungen durch günstigere Mittel aus der Anleihe ersetzen und damit unsere Profitabilität steigern können.
a|m: Hat sich die Marktlage in Deutschland verändert, seitdem klar ist, dass die Solarförderung aufgrund einer zu geringen zugebauten Leistung nicht gesenkt wird?
Kuhlmann: Nach der Überhitzung im Jahr 2010 mit einem enormen Zubau war im ersten Quartal 2011 eine deutliche Investitionszurückhaltung zu spüren. Der Markt hat allerdings in den letzten Wochen wieder angezogen. In den ersten fünf Monaten wurde etwa 1 GWp installiert. Bis zum Jahresende dürften es mindestens 3 GWp werden. Vielleicht sogar 5 GWp, je nachdem wie stark die Komponentenpreise noch fallen. Davon profitieren wir als herstellerunabhängiger Systemintegrator.
a|m: Welche Rolle werden zukünftig Auslandsmärkte für S.A.G. spielen?
Wir haben sehr früh unsere Internationalisierung vorangetrieben, was sich insbesondere im ersten Quartal 2011 ausgezahlt hat. Heute haben wir eine starke Ausgangsposition im europäischen, aber auch im internationalen Wettbewerb. Die wollen wir nutzen. In Zukunft werden wir neue Märkte erschließen – beispielsweise USA und Großbritannien – und unseren Auslandsanteil am Umsatz von knapp unter 50 Prozent im Jahr 2010 in Richtung 60 Prozent erhöhen. Aus der Historie heraus waren wir schon immer im Bereich der Dachanlagen stark. Daher ist auch der deutsche Markt für uns weiterhin attraktiv.
a|m: Eine letzte Frage zu den Aussichten für das laufende Jahr. Sie wollen einen Umsatz zwischen 260 Millionen Euro und 280 Millionen Euro erzielen und dabei einen operativen Gewinn zwischen 16 Millionen Euro und 18 Millionen Euro erwirtschaften. Bleibt es dabei?
Seit 2007 haben wir kontinuierlich unsere Prognosen eingehalten oder sogar übertroffen. Wir sind für unsere Prognose 2011, die wir im Rahmen der Ankündigung der Anleihe ja noch einmal bestätig haben, auf Kurs.
Autor: Administrator User
SAG Solarstrom