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"Die Zeichen stehen auf grün" - versiko-Vorstand Alfred Platow im Interview

06.09.2010 | 09:40

versiko_Platow

a|m: Herr Platow, letzte Woche haben Sie erste Eckdaten zum ersten Halbjahr 2010 veröffentlicht und dabei insbesondere ergebnisseitig positiv überrascht. Worauf ist der Ergebnissprung zurückzuführen?

Alfred Platow: Auf die richtigen wirtschaftlichen Maßnahmen! Mitverantwortlich für diese Entwicklung ist der Abbau der kostenintensiven Filialstruktur zugunsten des Zentralvertriebs aus Hilden über festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren bundesweite Kundenbetreuung erste Früchte trägt. Der konsequente Schritt erweist sich als strategisch und vertrieblich richtig und unsere Kunden bauen auch ohne die bundesweiten Filialen auf versiko. Der Zentralvertrieb aus Hilden für die bundesweiten Kunden funktioniert. Das zeigt die Entwicklung im operativen Geschäft. Und natürlich bedeutet der Wegfall der Filialen eine hohe Kosteneinsparung. Durch geschicktes kaufmännisches Handeln und überdurchschnittliches Engagement unserer Mitarbeiter konnten wir die Filialstandorte schnell abwickeln und bspw. die Geschäftsräume zeitnah neu vermieten. Auch mussten keine aufwändigen Gerichtsprozesse mit unseren ehemaligen Beraterinnen und Beratern geführt werden. Wir haben das persönlich, individuell und fair regeln können.

a|m: Werden Sie im zweiten Halbjahr eine ähnlich dynamische Entwicklung aufweisen können?

Alfred Platow: Da bin ich sehr zuversichtlich. Die Zeichen stehen auf grün und versiko überzeugt eben als Pionier & Original mit intelligenten Produkten und fungiert nicht als grüne Mogelpackung oder Marketingblase. Das kommt gut an bei alten und neuen Kunden. Wie Sie wissen hat uns im vergangenen Jahr eben der Abbau der Filialstruktur die Bilanz verhagelt. Das liegt nun endgültig hinter uns. Und nicht zu vergessen: Wir sind der einzige Versicherungsmakler mit einer eigenen Kapitalanlagegesellschaft: Die 100%ige versiko-Tochter ÖKOWORLD. Das ist ein riesiger Wettbewerbsvorteil.

a|m: Die strategische Partnerschaft mit BNP wurde beendet. Wie genau sah die Zusammenarbeit aus und welche Auswirkungen wird dies auf die zukünftige Entwicklung von versiko haben?

Alfred Platow: Im Jahr 2005 beteiligte sich die niederländisch belgische Bankengruppe Fortis als strategischer Partner mit 25,12 % an der börsennotierten versiko AG. Es wurden 1.054.200 Stammaktien sowie 993.154 Vorzugsaktien der Serie B von Fortis käuflich erworben. Der Niedergang der Fortis Gruppe im Winter 2008/2009 löste gleichzeitig alle mit der Beteiligung vereinbarten und strategisch gemeinsam anvisierten internationalen Pläne und Erfolge auf.

a|m: In diesem Zusammenhang wurde von Ihnen auch bekannt gegeben, dass Sie die 25,12%, die BNP an versiko hält, zurückkaufen werden. Warum haben Sie sich zu diesem Schritt entschieden?

Alfred Platow: Die belgische Regierung veräußerte im Frühjahr 2010 die restlichen Teile der Fortis Gruppe an die französische Großbank BNP Paribas. Eine Zusammenarbeit mit diesem Nachfolger lehnte die versiko AG aus inhaltlichen und gesellschaftspolitischen Gründen ab. Eine gemeinsame Perspektive/ein gemeinsamer Nenner für ein ökologisch nachhaltiges Investment war nicht gegeben. Die Verhandlungen zwecks Auflösung dieser Partnerschaft im Frühjahr 2010 führten zu der Entscheidung, die beiden Aktienpakete von BNP zurückzukaufen. Mit Datum vom 27. August 2010 wurde in einer adhoc-Mitteilung bekannt gegeben, dass die versiko AG plant und auch finanziell aus vorhandenen Eigenmitteln in der Lage ist, die beiden Aktienpakete käuflich zu erwerben.

a|m: Der Preis je Aktie, den Sie BNP zahlen, liegt für die Stammaktien bei maximal 3,03 Euro und für die Vorzugaktien bei maximal 3,23 Euro. Wovon hängt die genaue Preisfindung ab und wie ist der Erwerb vor dem Hintergrund Ihrer Liquiditätssituation einzuschätzen?

Alfred Platow: Nach monatelangen Verhandlungen konnte entgegen der ursprünglichen Preisvorstellungen des Verkäufers BNP ein sehr günstiger Verkaufspreis erzielt werden. Die 993.154 nicht börsennotierten Vorzugsaktien der Serie B (Kaufpreis pro Stück 3,23 EUR) sollen in Gänze eingezogen werden und die Anzahl der Aktien des Grundkapitals auf 7.156.846 verringert werden. Die 1.054.200 Stammaktien werden in Paketen von 50.000 bis 100.000 Stück zum originalen BNP-Verkaufspreis von 3,03 EUR durch Alfred Platow und Klaus Odenthal an ausgewählte Investoren zum Kauf angeboten. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 5. Oktober 2010 wird ein entsprechender Beschluss gefasst werden.

a|m: Herr Platow, vielen Dank für das Interview.

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Autor: a|m-Redaktion



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