Cartoons auf a|m

11.03.2010 | 15:54
|
|
L&S Realtime
|
Q-Cells AG ISIN: DE0005558662 WKN: 555866 |
|
An seine Stelle tritt der 44-jährige Nedim Cen, der erst von gut neun Monaten als Finanzchef in das Unternehmen kam. Cen wird künftig als Finanzvorstand sowie Vorstandsvorsitzender den einst weltgrößten Solarzellenhersteller führen.
Großaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender Marcel Brenninkmeijer lässt wissen, dass Cen eine strategische Neuausrichtung vornehmen werde. Ersten Informationen zufolge werde Cen das Neugeschäft weg von Großprojekten hin zu Modul- und Kleinanlagen ausrichten. Cen hat an der Hochschule St. Gallen studiert und ist seither als Finanzexperte mit dem Ruf eines harten Sanierers unterwegs.
Meine erste Reaktion war „Oh Gott, einem fachfremden die strategische Ausrichtung zu überlassen ist die schlechteste aller Möglichkeiten“, doch Cen soll das Unternehmen gar nicht neu ausrichten, sondern soll nur die bereits eingeschlagene Neuausrichtung umsetzen. Für die Umsetzung einer neuen Strategie ist ein harter Sanierer in meinen Augen geeignet.
Q-Cells war im Kielwasser von First Solar, dem Dünnschicht-Solarexperten aus den USA, empor gekommen. In der jüngsten Zeit hat sich gezeigt, dass der Kostenvorteil der Dünnschichtmodule durch die verminderte Effizienz immer geringer wird, auch First Solar hat inzwischen Schwierigkeiten.
Gerade bei Modul- und Kleinanlagen ist ein hoher Wirkungsgrad notwendig, denn dort muss auf möglichst geringer Fläche möglichst viel Strom erzeugt werden. Das ist nicht mit der Dünnschichttechnologie zu erreichen. Die mir einem höheren Siliziumgehalt ausgestatteten herkömmlichen Solarmodule sind in diesen Bereichen besser geeignet.
Der Solarmarkt entwickelt sich derzeit rasend schnell. Q-Cells spielt gegen internationale Konzerne, die immer wieder für hunderte Millionen Euro neue Solarfabriken aufstellen und dadurch immer günstigere Stückkosten erzielen. In diesem Wettlauf hat Q-Cells nun verloren, das Unternehmen muss künftig also kleinere Brötchen backen. Cen wird meiner Einschätzung nach also auf der Suche nach einer Nische sein, in der das Unternehmen wieder profitabel werden kann.
Fazit: Für das in nur zehn Jahren zum Weltkonzern herangewachsene Unternehmen ist ein harter Finanzsanierer sicherlich eine gute Wahl. Doch für die Solarbranche braucht ein Unternehmens meines Erachtens einen Brancheninsider, um eine Führungsrolle zu übernehmen. Das wird Cen nicht schaffen. So sehe ich in der Wahl seiner Person die Strategie der Investoren, Q-Cells in einer Nische profitabel zu machen und sodann nach passenden Käufern zu suchen. Für uns Kleinaktionäre könnte das ein weiter Weg werden, es gibt meiner Ansicht nach andere Solaraktien mit besseren Chancen.
Neben der Solarworld und SMA Solar gehört auch Payom Solar und die chinesische Trina Solar zu meinen Favoriten. Mehr zu den Details zu diesen Unternehmen können Sie in meiner vor wenigen Tagen aktualisierten Solarstudie nachlesen, die Sie zu 20 Euro hier beziehen können.
Take Share,
Stephan Heibel
Autor:
Heibel-Ticker
Q-Cells