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Deutsche Bank AG

Grund für plötzlichen DAX-Absturz: Leerverkaufsverbot

25.08.2011 | 21:47

Meine langjährigen Leser kennen den Unterschied zwischen ungedeckten und gedeckten Leerverkäufen. Ich finde es durchaus sinnvoll, ungedeckte Leerverkäufe zu verbieten - wie in Deutschland übrigens seit der Finanzkrise 2007 / 2008 bereits geschehen. Leerverkäufe sind Absicherungsgeschäfte von Anlegern, sind so etwas wie Versicherungen.

Ungedeckte Leerverkäufe sind Zockerei. Das brauchen wir nicht, es erhöht die Volatilität an den Börsen. Ich sehe keinen volkswirtschaftlichen Nutzen in ungedeckten Leerverkäufen. Im Gegenteil, die oft unberechenbaren Kursverläufe hinterlassen einen volkswirtschaftlichen Schaden.

Wenn also in den vergangenen Wochen die Société Générale (SocGen) und andere französische und italienische Banken unter Beschuss von Leerverkäufern gerieten und deren Aktien in Folge dessen 20-30% ihres Wertes verloren, dann ist das Verbot ungedeckter Leerverkäufe eine sinnvolle Reaktion der Börsenaufsicht. Verbietet man hingegen grundsätzlich das Shorten dieser Banken, wie in Frankreich und Italien geschehen, dann nimmt man den langfristig orientierten, strategischen Investoren in diesen Banken die Möglichkeit, sich gegen kurzfristige Kursverluste abzusichern. Kein institutioneller Anleger möchte ein großes Bankengagement in diesen Zeiten der Euro-Schuldenkrise ohne Absicherung in seinem Portfolio haben.

So führte das generelle Verbot von Leerverkäufen dazu, dass viele langfristige Investoren ihre Bankaktien auf den Markt warfen, die Kurse sanken weiter!

Gleichzeitig ist es für die international agierenden Spekulanten unserer Zeit ein Leichtes, das Leerverkaufsverbot zu umgehen. Im Zeitalter der "innovativen Finanzmarktprodukte" gibt es beispielsweise großvolumige Put-Optionsscheine auf den französischen Leitindex CAC 40. Diesen kann ein Spekulant kaufen und damit auf fallende Kurse im CAC 40 spekulieren. Da er jedoch beispielsweise nur am Kursverfall der SocGen interessiert ist kauft er gleichzeitig im Verhältnis der Gewichtung die anderen 39 Aktien des Indexes.

Ich vermute, dass über diesen Umweg auch in Deutschland auf fallende Kurse bei der Deutschen Bank und der Commerzbank spekuliert wurde. Neben einem Put auf den DAX hielten einige Spekulanten die 28 anderen Aktien im Portfolio. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Euro-Schuldenproblematik kann ich diese Spekulation sogar leicht nachvollziehen. Banken in der ganzen Welt befinden sich unter Druck.

Heute hat jedoch Warren Buffet bekannt gegeben, 5 Mrd. USD in die Bank of America zu investieren. Dieser Schritt Buffets zeigt den Anlegern, dass die Bankaktien inzwischen unter ihre jeweiligen Substanzwerte gerutscht sein könnten. Vielleicht so die Befürchtung der Bank-Spekulanten, vielleicht sind die Kurse tief genug und mehr ist da nicht rauszuholen...?

Was tut der Spekulant? Er verkauft den Put und trennt sich gleichzeitig auch von den 28 nicht-Bankenaktien, die man für diese Spekulation gekauft hatte. Es verging keine Stunde nach der Meldung über Buffets Investment, da rauschten gerade die Nicht-Bankentitel des DAX in den Keller.

Der Kurssturz im DAX könnte also meines Erachtens durch die Auflösung der Short-Spekulation in deutschen Banktiteln ausgelöst worden sein.

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DAX-Absturz Leerverkauf Flash Crash Shorten Banken


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