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Wirecard: Kreditkarte ohne Schufa unter Beschuss

18.03.2010 | 14:11

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Wirecard AG
ISIN: DE0007472060
WKN: 747206
Wirecard AG

Es ist die logische Weiterentwicklung des Plastikgeldes für das Zeitalter des Internets. Doch warum haben weder Visa noch Mastercard diesen Weg beschritten?

Paypal, Click2Buy und eine Vielzahl weiterer speziell für das Internet geschaffener Zahlungsabwicklungssysteme konnten sich in den vergangenen Jahren meiner Einschätzung nach nur deshalb etablieren, weil die Einhaltung der hohen Sicherheitsstandards der weltweit akzeptierten Kreditkartenzahlung eben sehr aufwendig und dadurch teuer ist. Die Akzeptanz von Paypal und ähnlichen Anbietern bleibt weltweit gesehen weit hinter der von den Kreditkarten zurück.

Wirecard hat diese Lücke geschlossen, auf Guthabenbasis ausgegebene Kreditkarten (Vertragspartner Visa und Mastercard) können weltweit eingesetzt werden, offline und online. Eine Schufaanfrage entfällt, da die Karte nur auf Guthabenbasis genutzt werden kann. Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist jedoch die zentrale Stelle in Deutschland, wo alle schwarzen Schafe mit zu hohen Schulden auflaufen. Wer also über seine Hausbank keine Master- oder Visacard mehr erhält, der kann sich vertrauensvoll an Wirecard wenden.

Diese Möglichkeit wird in der Branche teilweise kritisch betrachtet. So wundert es kaum, dass die Wirecard AG immer wieder unter Beschuss gerät. 2008 hatte die Schutzvereinigung der Kleinanleger SdK dem Unternehmen mangelnde Transparenz im Jahresabschluss vorgeworfen. Wirecard beauftragte daraufhin eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit der Ausarbeitung von Verbesserungsmöglichkeiten und setzte diese anschließend um.

In diesen Tagen wurde bekannt, dass ein Casino-Ring die Wirecard-Zahlungsabwicklung zur Auszahlung von Gewinnen genutzt hat. In Florida wurde ein Bote verhaftet und vom FBI angeklagt. Über 5 Mio. USD soll dieser Bote über Wirecard von Deutschland in die USA transferiert haben. Im Laufe der vergangenen Jahre sollen es Gerüchten zufolge sogar bis zu 50 Mio. EUR gewesen sein. Dazu habe er der Anklage zufolge 424 verschiedene Firmen genutzt, die er überwiegend selber gegründet hat. Nun steht Wirecard nicht in Kontakt mit diesem Boten, doch der Umstand, dass gerade das Wirecard-Zahlungsabwicklungssystem von Kriminellen genutzt wurde, wirft kein gutes Licht auf das Unternehmen. Der Kurs brach gestern in Folge dieser Geschichte um 9% ein, Anleger fürchten, dass dererlei Geschäfte einen wesentlichen Anteil am Umsatz und einen noch größeren Anteil am Gewinn des Unternehmens ausmachen.

Mastercard und Visa arbeiten fieberhaft an ihrer eigenen Version der virtuellen Internet-Kreditkarte. Wirecard war da schneller, doch wie die aktuellen Vorwürfe zeigen ist die Lösung von Wirecard angreifbar. Wenn auch der aktuelle Fall vom Volumen her für Wirecard vernachlässigbar sein mag, so befindet sich doch das Geschäftsmodell derzeit unter Beschuss. Und wenn schon einmal solche Vorwürfe im Markt bestehen, dann ist ein Brückenschlag zur großen PPC-Branche (Pillen, Porno, Casino) schon absehbar.

Als Anleger würde ich mich daher von der Aktie von Wirecard fern halten, bis diese Vorwürfe vom Tisch sind. Leider kann dies für Wirecard bedeuten, dass bis dahin eigene Lösungen von Mastercard und Visa in Konkurrenz zum eigenen Produkt stehen, so dass der First-Mover Vorsprung durch diese Vorwürfe deutlich beeinträchtigt wird.

Take Share,

Stephan Heibel

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